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Sonntag, 15. Februar 2015

Australien 2015 - Tag 31 - Dubai (12.02.2015)

Mit zwei Tagen Verspätung, das Internet im Hotel wollte nicht wie ich wollte und mit dem Handy wollte ich nicht zu viel ins Netz, sonst erschlägt mich die nächste Rechnung.

Punkt 6 Uhr hat die Nacht ein rauhes Ende, ich bin überraschend wach für nur drei Stunden Schlaf.
Das Frühstück im Hotel ist sehr gut, frisches Gemüse und Obst, frisch gepresster Orangensaft und endlich mal nicht nur Marmelade. Der Kaffee ist aber auch hier ungenießbar. Hmpf, Kaffee steht mittlerweile ganz oben auf meiner ToDo-Liste für zu Hause.
Bevor wir zu unserer Tour aufbrechen, zu der - wie ich mittlerweile den Unterlagen, die ich am Flughafen erhalten habe, entnehme - wir erst halb 9 abgeholt werden, gehen wir in den Supermarkt neben an. Ohne Wasser wird das mit der Tour nix. 

Statt eines Wagens kommt erstmal ein junger Mann, der uns mitteilt, dass der Wagen in 15 Minuten kommt und uns zum Tourbus bringt. Oha, wieder mal n überflüssiger Arbeitsplatz. 
Da hier gar keiner erst versucht unseren Nachnamen aussprechen zu wollen, bin ich nur Miss Süsänné oder Mam oder Madame - bei den letzten beiden fühle ich mich furchtbar alt. Miss Süsänné hieß ich übrigens auch schon am Flughafen und im Hotel. 
Der Bus zum Bus ist kaputt, also gehts mit Verspätung los, macht aber nix, an der Bussammelstelle müssen wir auch nur warten. Unser Tourguide Taraq muss heute besonders viel sprechen, denn unsere Runde besteht aus Deutschen, Zyprianern oder Zyprioten oder doch Zypressen (!?)...wie auch immer: sie kommen aus Zypern..., Arabern und Italienern, also gibts die Tour auf Deutsch und Englisch - praktisch, wenn man beide Sprachen kann, denn es gibt bei beiden Zusatzinfos, die er nicht immer in beide Sprachen übersetzt.


Der Beginn der Tour ist auf der Palmen-Insel in einem Aquarium. Kurz: Viele schöne Fische, verpackt in sehr viel Kitsch, und noch mehr Asiaten, die sich in allen Lagen und Positionen davor ablichten. Also gehts im Schnelldurchgang durch und es bleibt noch Zeit Taraq ein paar Fragen zu stellen, die nicht so zum Tourprogramm passen. So ist uns aufgefallen, dass die Taxis verschiedene Dachfarben haben, bspw. rosa mit weiblichen Fahrern. Diese dürfen nur von Frauen genutzt werden, alle anderen Farben sind irrelevant, sie sind alle staatliche Taxis, so ganz wird mir der Sinn der verschiedenen Farben - mal vom klischeerosa abgesehen - nicht klar. Danach gehts mit der Metro (auf der Palmen-Insel nur für touristische Zwecke genutzt - entsprechend ist der Preis) Richtung Stadt. Auf der Insel leben übrigens nur Ausländer. Auch sehr interessant zu erfahren, dass von 2,5 Millionen Einwohnern, nur 200.000 Ureinwohner (mir fällt grad kein anderes Wort ein) in Dubai leben. Die Ureinwohner (bleiben wir dabei) bekommen zur Heirat vom Staat ein Haus geschenkt und weitere staatliche Vorteile, wie kostenloser Strom und Wasser, weswegen der pro Kopf Verbrauch von Wasser bei ihnen bei 550 (!) Litern Wasser pro Tag (!) liegt. Ausländer hingegen dürfen nur in bestimmten Stadtteilen leben und müssen ihre Wohnungen meist teuer bezahlen (Minimum 2.000 Euro pro Monat für Miete).
Unsere Tour endet in der Dubai Mall, einem Shopping-Center so groß wie eine Kleinstadt. Hier gibt es alles, was man sich vorstellen kann. Von Leckereien aus aller Welt, über Klamotten, viele Koffer- und Taschenläden, Kitsch- und Krempelläden, usw. Die Mall bietet aber auch den Zugang zum Burj Khalifa, dem derzeit höchsten Gebäude der Welt. Wir erhalten Eintrittskarten für 14 Uhr, damit haben wir noch eine Stunde Zeit. Lange nicht genug Zeit, um einmal durch die Mall zu stiefeln. Wir tigern also nur so durch die Hallen, vorbei an den vielen tollen Düften, die aus vielen Läden kommen; die meisten davon sind von gebrannten Mandeln, das macht Appetit. 
Halb 2 gibt es vor dem Burj Khalifa ein Wasserspiel zu bewundern, das so nur wenige Male am Tag gezeigt wird. Schön, dass es gerade passt. Nach drei Minuten ist die ganze Show aber auch schon wieder vorbei. 
Zum Burj Khalifa müssen wir aber noch gute 10 Minuten laufen, so gehen wir direkt nach dem Wasserspiel los und uns erwartet eine riesige Schlange. Unser Ticket ist für 14 Uhr, wir sind 20 Minuten zu früh da, mit der Schlange könnte es aber doch passen. Neben der Schlange befinden sich außerdem große Schilder, dass man nebenan Karten kaufen kann, haben aber zeitgleich große Anzeigentafeln, dass alle Touren für die nächsten drei Tage komplett ausverkauft sind. Ein Glück war unser Ticket in der Stadtführung enthalten, sonst würden wir mit dem sonstigen Auf-gut-Glück-Versuch in die Röhre gucken.
Als wir in der Schlange weiter vorrücken, sehe ich schon, dass wir durch eine Sicherheitsschleuse mit Gepäckscanner und Metalldetektor müssen. Damit hab ich im Leben nicht gerechnet und sehe mich schon wieder dabei, wie ich mein Taschenmesser auf nimmer wiedersehen abgeben muss. Hmpf. Sicherheitshalber stecke ich es in den Rucksack, die Verpackung fürs Messer hab ich da noch drin, vielleicht kann ich mich mit "gerade gekauft" rausreden. Sie nehmen mir aber nur mein Feuerzeug ab und ich werde noch nach den Wasserflaschen im Rucksack gefragt. Dass ich noch zwei originalverpackte Feuerzeuge im Rucksack habe interessiert aber keinen. Macht die ganze Sicherheitsschleuse irgendwie sinnlos.

Mit dem Fahrstuhl gehts nach oben. 125 Stockwerke in einer knappen Minute, dass es nach oben geht merkt man nur in den Ohren, die Bewegung des Fahrstuhls hingegen merkt man kaum. Im Fahrstuhl wird eine Animation abgespielt, in welcher Höhe man sich gerade befindet und welche Gebäude (Eifelturm, Empire State Building, usw.) man damit überwunden hat. Kaum im 125. Stock angekommen, wird man in den nächsten Fahrstuhl verfachtet, um wieder eine Etage nach unten zu fahren. Sinn und Zweck davon versteh ich nicht so ganz, denn die Aussichtsplattform war ja von Anfang an geplant. 
Dubai Mall von oben
Die Aussichtsplattform befindet sich in 452m Höhe und es geht erstaunlich wenig Wind hier oben.
Ansonsten gibts hier oben für meinen Geschmack viel zu viele Leute, um an die Fenster zu gelangen, braucht es ein wenig Geduld und die habe ich ja bekanntlich nicht. Und es wird einem zum x-ten Mal die Möglichkeit geboten, gegen Geld professionelle Fotos machen zu können. Auch innen gibts die Möglichkeit vor einer grünen Wand, die Resultate sind zwar hochauflösend, aber die Fotomontage ist mehr schlecht als recht und einen Preis pro Bild schreiben sie vorsichtshalber auch nicht hin, sonst sind die Leute wohl gleich abgeschreckt. 
Leider ist die Sicht heute nicht sehr berauschend, es ist ziemlich neblig, Buschbrände können es ja nicht sein, vielleicht Sand? Wobei Wind ging ja gar nicht so viel, bleibt noch Smog, denn natürlichen Nebel schließe ich bei Sonnenschein und 25 Grad eher aus.
Nach 15 Minuten haben wir alles gesehen. Manche verbringen hier oben so viel Zeit, dass sie selbst vergessen haben, dass sie beim Hochfahren eine Etage wieder runter fahren mussten und sich beim Weg nach unten wundern, warum sie erstmal eine Etage hochfahren müssen. Man kann hier oben sicher Stunden verbringen, wir nicht. Außerdem schmerzen meine Füße schon sehr. Wir sind zwar im Urlaub viel gelaufen, aber so viel in letzter Zeit dann doch nicht. 

Kaum wieder unten gekommen, gehts erstmal zu den gebrannten Mandeln, darauf hab ich schon seit zwei Stunden extreme Lust. Lecker! Aber richtig lecker. 
Uns steht aber auch noch ein Cache aus, da wir den Ehrgeiz haben, jeden Tag in diesem Urlaub einen Cache zu finden. Direkt am Haupteingang gibt es einen Cache. Diesen zu finden ist aber erstmal gar nicht so leicht, denn wir landen zunächst nicht am Haupteingang, sondern in der Tiefgarage. Also Weg zurück und eine Etage nach oben. Das GPS springt hier zwischen den Hochhäusern extrem. Ein Blick in die Beschreibung und wir müssen tatsächlich doch ins Parkhaus, von außen kommen wir dort allerdings nicht hin, denn der Taxistand nimmt den ganzen Gehweg in Beschlag und bei der arabischen Fahrweise begeben wir uns nur äußerst ungern auf die Straße. Innen durch und wir werden direkt fündig. 
Danach grasen wir noch einmal die Mall nach Souvenirs ab, und nehmen u.a. einen Räucherkerzengefäß, samt Kohle und Räucherkerzen mit, die Dame am Stand hat sich gar auf fast den halben Preis runterhandeln lassen und gab die Kohle noch oben drauf. Dieses um den Preis feilschen ist allerdings überhaupt nichts für mich, ich will einen klaren Preis.

Meine Füße wollen mich anscheinend umbringen, so sehr schmerzen sie schon, also wollen wir mit dem Taxi zurück zum Hotel und surprise surprise ist die Schlange am Taxi dreimal so lang, wie noch vor einer halben Stunde. Und es dauert tatsächlich auch eine halbe Stunde bis wir uns zum Taxi vorkämpfen können.

Am liebsten würde ich mich jetzt mit einem Bierchen auf den Balkon setzen, leider ist Dubai alkoholfreie Zone, aber wir haben im Supermarkt heute Morgen alkoholfreies Bier entdeckt, so dass wir zumindest im Ansatz in den Genuss kommen. Das alkoholfreie Holsten ist gar trinkbar.

Zum Abendbrot müssen wir einen guten Kilometer laufen, so weit sah es gar nicht so. Wir entscheiden uns für ein libanesisches Restaurant, das gar nicht mal so teuer ist. Ich hatte erwartet, dass uns die Essenspreise erschlagen werden. Aber der bestellte Fleischteller kam nur AED 52 (umgerechnet etwa 13 Euro) und es war verdammt lecker!
Hier in der Nähe gibts noch einen Cache, ein guter Verdauungsspaziergang, der sich schnell als 2km Marsch entpuppte. Zurück im Hotel gibts dann noch lecker alkoholfreies Bierchen, aber nach einem ist Schluss, ich bin so müde, dass ich auf dem Stuhl einschlafe und mich nur noch zombieartig ins Bett schleppen kann.

Morgen gehts dann zurück ins kalte Deutschland.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Australien 2015 - Tag 30 - Perth nach Dubai (11.02.2015)

Heute geht es leider schon wieder ein Stück Richtung Heimat. Zunächst aber bekommen wir noch ein teures Kontinentalfrühstück im Hotel. Nachdem Auschecken und wiedermaligen Rumdiskutieren mit der Dame im Parkhaus, um Auslass zu erhalten, geht es Richtung Waschanlage unsere Staub- und Sandspuren beseitigen. Die Innenbereiche der Türen haben wir gestern schon im Parkhaus gereinigt, heute folgt noch die Außenreinigung. Eine Selbstwaschanlage zu finden, ist allerdings gar nicht so leicht wie gedacht. Ein paar Kilometer außerhalb werden wir aber schließlich fündig. Die Karre hat es auf jeden Fall nötig, damit hab ich in diesem Urlaub den Mietwagen schon öfter gewaschen, als mein eigenes im vergangenen Jahr.
Noch schnell zwei Caches und tanken, dann pünktlich 12 Uhr den Wagen zurückgegeben. Die Caches finden wir zur Abwechslung mal ohne Beanstandung des Ablageplatzes. Bei der fast pünktlichen Abgabe interessiert es aber keinen, ob es pünktlich war oder nicht. Verdammt, hätten wir den Nachmittag ja noch nutzen können, statt sinnlos auf dem Flughafen zu sitzen bzw. zur Raucherinsel zu tingeln.
Immerhin werden wir nach drei Stunden schon mal unser Gepäck los. Auch zur Erheiterung meinerseits, denn der Flughafen ist Baustelle und das Kofferband ist durch drei Herren ersetzt, einer spielt mit dem Handy, die anderen stehen gelangweilt rum. Als mein Gepäck kommt, beginnt fast ein Kampf darum wer nun tätig werden darf. Der Herr mit dem Handy packt selbiges schnell weg, und bewegt das Gepäckstück 5cm nach vorn. Der zweite Herr greift schnell danach, beschließt aber, dass es ihm zu schwer ist und überlässt dem Dritten die Arbeit. Auf dem Flughafen kann man sonst noch viele Chinesen und ihr Gepäck zu beobachten. Schon erheiternd, was die alles dabei haben und x-mal umpacken und einschweißen lassen. Einschweißen kostet btw. A$ 10 und die Dame hat sehr gut zu tun. Aktuell müssen wir noch zwei Stunden auf den Flug warten und dann knappe 11 Stunden in der Kiste hocken. Bis dahin kann ich mit zwei Sandwichs und zwei Cappuccinos Miteigentümer am Flughafen werden...A$ 34,60!!!

Die heutige Route:


Die Passkontrolle lässt mich ausreisen und der angedrohte Knast für meinen nicht bezahlten Strafzettel bleibt mir erspart. Im Flieger hat man uns mal wieder keinen Fensterplatz gegeben, wäre ja auch zu schön, aber der Vogel ist nur halbvoll und damit hab ich freie Platzwahl nach dem Start. So kann man sich dann auch mal lang machen. Das Personal hat entsprechend auf dem Flug wenig zu tun und ist dazu sehr gut gelaunt, so wird der Flug immerhin ein wenig aufgewertet.
Dank Rückenwind sind wir eine halbe Stunde eher als geplant in Dubai und bekommen anscheinend keine Landeerlaubnis, denn wir drehen mehrere Runden über das selbe Straßenkreuz (weswegen mir in der Nacht auch auffiel, dass wir im Kreis geflogen sind). So ist dann die halbe Stunde auch dahin.
Dubai von oben
Die Einreise in Dubai ist geprägt von Sicherheitswahnsinn in Kombination mit einer nicht funktionierenden automatischen Passkontrolle. Folglich bildet sich eine riesige Schlange vor der Passkontrolle und nichts geht vorwärts. Nach einer guten Stunde halten wir unser Gepäck in den Händen, damit müssen einmal quer über Flughafen, um zu unseren Transportservice zum Hotel zu kommen. Und bei den Herren geht alles ganz gemütlich und ich will nur ins Bett. Denn es ist immerhin schon fast 2 Uhr. Morgen früh um 8 beginnt unsere Stadtrundfahrt, an der möchte ich nicht unbedingt als Zombie teilnehmen.
Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel lässt aber schon vermuten, dass Dubai ein klein wenig größer ist als gedacht, denn wir fahren fast 30 Minuten. Im Hotel gehts dann mal wieder sehr gemütlich zu, ich solle auch meinen Rucksack ruhig noch mal absetzen. Herrje, in 22 Hotels vor diesen, war die Eincheckprozedur in unter 5 Minuten durch. Ich ahne schon, dass daraus nichts wird. Richtig geraten, der Securitymann, der kurzfristig als Kofferträger zweckentfremdet wird, bringt uns derweil einen Apfelsaft. Ich will keinen Saft, ich will einchecken!
Der Rezeptionist spricht ein fürchterliches Englisch. Ich verstehe nicht mal 10% von dem was er sagt und muss ständig nachfragen. Da ich aber auch nicht unhöflich sein will, sage ich lieber, dass ich ziemlich müde bin und ihn deshalb schlecht verstehe. Dies wird mir mit einem herablassenden Ton gedankt. Super, aber gut, unfreundlich kann ich auch.
Nach einer geschlagenen halben Stunde (!) hab ich endlich die Zimmerkarte in der Hand. Wir haben aus irgendeinem Grund ein Zimmer-Upgrade bekommen, dafür müssen wir aber 40 Dirham (etwa 10 Euro) Steuern bezahlen. Aber die Hütte ist schon toll: 2 Schlafzimmer, 3 Bäder, großes Wohnzimmer und Küche.
Gegen 3 Uhr ist endlich Schlafenszeit. Der Wecker klingelt auch schon wieder um 6 Uhr. Ähhh.

Dienstag, 10. Februar 2015

Australien 2015 - Tag 29 - Margaret River nach Perth (10.02.2015)

Unseren letzten ganzen Tag in Australien beginne ich mit den Worten "Mach mal das Fenster zu, der ganze Kippenqualm zieht rein." Ich kann rauchen am Morgen so gar nicht leiden, obwohl ich selbst Raucher bin. Wie sich schnell herausstellt, qualmt da keine Kippe, sondern es brennt in der näheren Umgebung. Alle anderen Gäste - die meisten Australier - sind ziemlich aufgeregt, auch weil keiner so recht weiß wo der Qualm herkommt.
Nach dem Frühstück wollen wir fix noch den Cache direkt hinter dem Hotel machen, leider trennt uns ein Zaun zu unserem Glück. Also nach dem Auschecken fix von der anderen Seite ran fahren und da werden wir auch schnell fündig. 

Die heutige Route:

Cape Naturaliste
Da unsere Route bis zum Hotel in Perth heute nur 250 km vorsieht und wir so bereits mittags in Perth wären, strecken wir wieder mal unser Tagesprogramm, in dem wir statt des Highways die Touristenroute fahren und etliche Caches anfahren. Aber wie immer ist hier das Glück nicht auf unserer Seite, die meisten liegen wieder irgendwo im Busch, und wir haben uns ja schon zu Beginn der Reise abgewöhnt, diese suchen zu wollen. Dafür bekommen wir wieder einmal mehr die herrlichen Buchten und Strände der australischen Westküste zu sehen. Da die Badesachen bereits im Koffer verstaut sind, kommen wir lieber gar nicht erst auf die Idee hier rein springen zu wollen.
Also beschließen wir nach einigen erfolgreichen und etlichen erfolglosen Cache-Versuchen, erst einmal etwas Wegstrecke zurück zu legen und die ist heute mal wieder von wenig bis extrem viel Rauch geprägt. 
Auf dem Highway verdichtet sich der Rauch je weiter wir in den Norden kommen zunehmends, als uns Karen vom Highway auf eine kleinere Straße etwas weiter westlich lotsen will, lehnen wir dankend ab, denn auf der Route brennt es und wir würden direkt reinfahren. Selbst auf dem Highway fahren wir dicht am Buschfeuer vorbei, etwas mulmig ist uns dabei schon. Aber bei Weiten nicht mehr so mulmig wie noch auf dem Weg nach Pemberton, gut da war auch unsere Unterkunft in direkter Nähe. Mit dem Stadthotel heute brauchen wir uns diesbzgl. nicht zu fürchten. 
Hier gehts erstmal nicht weiter
Bei dem Rauch ist das Anhalten auf Parkplätzen am Highway - auch für Caches - mehr als unschön, also fahren wir etliche Kilometer, in der Hoffnung der Rauch legt sich, und kaum sind wir vom Highway runter stehen wir direkt vor dem nächsten Feuer. Noch nicht mal die Feuerwehr ist zu diesem Zeitpunkt da, diese kommt nämlich gerade erst, als wir uns die alternative Route rausgesucht haben und weiter fahren wollen.
Buschfeuer kann man nicht auf die leichte Schulter nehmen, auch wenn es den Eindruck erweckt, dass es Australier zunächst nicht so sehr anhebt, wenn irgendwo ein Feuer/Buschfeuer ausbricht. Erst wenn es nahe einer Stadt kommt oder keine Informationen dazu gibt, werden sie unruhig. Auch irgendwie klar, denn in Sommermonaten brennt es hier ja ständig.

Bevor wieder in Perth im Hotel einfliegen, haben wir uns schon als Ziel davor das Fremantle Prison 20 km südlich von der City of Perth rausgesucht. Ein Gefängnis für zunächst englische Strafgefangene, gebaut in den 1850ern und noch bis 1991 in Betrieb. Mit dem Goldrausch in Western Australia stiegt die Anzahl der Insassen rapide an und wurde anschließend in ein normales Gefängnis umgewandelt, und wurde zuletzt auch als Hochsicherheitsgefängnis genutzt. 
Wir kommen kurz vor halb 5 an und da ich Vorfeld schon las, dass sie nur bis 17 Uhr offen haben, befürchten wir schon, dass wir außer dem Hof nicht mehr viel sehen werden. Aber wir haben Glück, denn in 3 Minuten beginnt die letzte Führung für heute, fix noch Tickets holen und wir können pünktlichst teilnehmen. 
Der Künstler saß drei Jahre ein,
und hat in der Zeit dieses Kunstwerk gemalt.
Und es geht auch recht streng los, denn zum Einlass wird die Glocke geläutet und die Teilnehmer im Befehlston ins erste Gebäude delegiert, in dem wir uns alle erst einmal auf eine Bank hocken müssen, so wie die Gefangen damals auch. Nach einer kurzen Runde im Befehlston, wer wo her kommt, geht die Tour ganz diegen weiter. 
Unsere Führerin hat ein ziemlich schnelles und lockeres Mundwerk, leider ist sie mir an manchen Stellen zu schnell, aber die wichtigsten Informationen kann ich aufnehmen und für Muttern übersetzen. 
Sieht von außen nicht
wie Gefängnis aus
Aber sie beantwortet auch gern Fragen, im Gegensatz zu den anderen haben wir jede Menge Fragen, nach dem ich aber die erste davon stelle, und eine Antwort wie von einem Eichhörnchen auf Speed bekomme und nicht mal im Ansatz verstanden habe, was sie mir da erzählt hat, ist mein Wille weitere Fragen zu stellen schon wieder dahin. Die Führung war aber dennoch sehr lehrreich, auch über die Todesstrafe in Australien, die 1967 zuletzt in Melbourne und 1964 zuletzt in diesem Gefängnis vollstreckt wurde. Wir werden hierzu auch in den Hinrichtungsraum geführt, uhh das hat schon etwas gespenstiges. 
Zelle von 1850

Unser Führung ging eine gute Stunde und es hat sich mehr als gelohnt. Wir haben schon einige Gefängnis-"Erfahrung", so haben wir uns schon diverse Stasi-Gefängnisse angesehen. Letztendlich sind sie vom Aufbau her, alle doch irgendwie gleich, aber dennoch alle grundverschieden. Auch die Führungen variieren stark, so wurden wir heute u.a. auch durch die Küche geführt, die wir bisher noch in keinem anderen gesehen haben. Schön gemacht ist auch der Wandel der Zellen von 1850 bis 1991, sieht man auch nicht bei jedem Gefängnisbesuch.

Danach gehts direkt Richtung Hotel, ich mache mich verkehrstechnisch schon aufs Schlimmste gefasst, denn heut wurden alle Idioten und Langsamfahrer mit einmal auf die Straßen gelassen; man könnte fast meinen heute sei Sonntag. Ich hab mich heute das allererste Mal in diesem Urlaub so sehr geärgert, dass ich gehupt und den Finger gezeigt habe. Das war bisher überhaupt nicht nötig, heute ging es nicht anders. Der Verkehr nach Perth rein, ist trotz Feierabendverkehr relativ entspannt und damit sehr überraschend.

Als wir gegen halb 7 im Hotel einchecken, haben sie wieder nur ein Zimmer ohne Balkon für uns. Menno. Die so ziemlich einzige Voraussetzung, die wir an ein Hotelzimmer - wenn es nicht gerade an einem Highway liegt und ein Dreckloch ist - haben, ist ein Balkon! Leider ist das Hotel komplett ausgebucht, so dass sie uns auch nach zweimaligen Nachfragen kein anderes Zimmer geben wollen oder können. (Bei der ersten Nachfrage beim Einchecken hieß es nur "Sie haben ein Standardzimmer, die sind ohne Balkon." oder anders "Ich hab keine Lust danach zu suchen.") 
Also heißt es wohl oder übel zum Rauchen auf die Straße gehen, da wir aber auch noch Bierchen zu vertun haben, kombinieren wir den Weg gleich. Leider darf man aber auf der Straße nicht öffentlich Alkohol konsumieren, weswegen wir unser Bierchen einpacken müssen. Ich komme mir damit sehr albern vor.

Abschließend noch:
Wir haben auf unserer Tour durch den Südwesten 1.962km zurück gelegt. Dazu kommen morgen noch mal 20km bis zum Flughafen und evtl. noch ein paar Abstecher davor.
Leider müssen wir unseren Mietwagen schon 12 Uhr abgeben, unser Flug geht erst 17:50 Uhr. Mal sehen, was wir in der Zeit mit uns und unserem Gepäck anstellen. 

Montag, 9. Februar 2015

Australien 2015 - Tag 28 - Pemberton nach Margaret River (09.02.2015)

Über Nacht ist es deutlich abgekühlt und es ist auch nicht mehr so trocken wie gestern. Aber auch am Morgen legt sich noch Rauch über den See. Deutlich weniger als gestern Abend, aber ich bin dennoch froh, dass wir heute Richtung Nordwesten weiter fahren.


Da wir heute nicht allzu viel Wegstrecke vor uns haben, beginnen wir den Tag nach dem Frühstück mit einer Cache-Runde durch den nahe gelegenen Wald und wir werden dreimal nicht fündig, weil die Heinze die Behälter wieder sonst wo im Gebüsch abgelegt haben. Also laufen wir nur die recht abenteuerliche Runde, über eine Aussichtsplattform, die für max. 30 Leute zeitgleich zugelassen ist und eine Hängebrücke (max. 5 Personen zeitgleich), über die ich nur mit Mühe drüber komme. Ich hasse Hängebrücken! Noch mehr hasse ich Hängebrücken, die nach oben und unten und zur Seite hin wackeln. Da ich aber auch zu faul bin die ganzen Treppen rückwärts wieder hoch zu laufen, muss ich wohl oder übel drüber. 

Die heutige Route:


Danach gehts am Stück nach Augusta, nach ein paar Caches in der Stadt, gehts in Richtung Küste. Dies ist der südwestlichste Punkt des australischen Festlands und hier treffen der indische und der südliche Ozean auf einander. 


An diesem Punkt gibt es den drittgrößten Leuchtturm Australiens zu bewundern. Dieser wurde in den 1890ern gebaut und ist heute noch im Betrieb. Da wir Eintritt zahlen mussten, gibts einen Audioguide in Deutsch dazu und der junge Herr erzählt ziemlich langsam und sehr ausgeschmückt die Geschichte des Leuchtturms und der Leeuwin-Bucht, auf der er steht. Zu langsam und ausgeschmückt für meinen Geschmack. daher drückte ich den Audioguide im Schnelldurchgang durch. Man kann diesen Ort auch gut ohne bewundern.


Anschließend fahren wir die Bucht noch weiter ab, die bösen Australier haben hier aber mal wieder Dreckstraßen hingebaut. Wir hatten gestern kurz überlegt, die Karre mal zu entstauben, haben es aber gelassen, da es eh sinnlos ist. Auch hier läge noch ein Cache für uns bereit, zur Abwechslung mal nicht im Gebüsch, sondern an einer Steilküste, mit gefühlten 100 Warnschildern. Hmpf, die haben das echt noch nicht begriffen, wie das Prinzip funktioniert. Kann doch nicht so schwer sein...

Da es erst mitten am Nachmittag ist und wir bloß noch 50km über den Highway vor uns haben, beschließen wir die Touristenroute zu fahren. Und wiedermals ist es ein Cache für den wir die Straße verlassen. Als wir im Zielgebiet ankommen, verbirgt sich dort die Jewel Cave. Erst als wir am Gebäude stehen, sehen wir, dass es sich um eine Tropfsteinhöhle handelt. Sie kostet A$ 22 Eintritt und wir haben Glück, denn die letzte Führung am heutigen Tag begann vor einer Minute und wir dürfen noch teilnehmen. 
Die Höhle erstreckt sich über ein weites Gangsystem mit unendlichen vielen Stalaktiten. Die einstündige Führung geht über viele Treppen bis zu dem tiefsten Punkt hinab und fast alle Bereiche der Höhle sind erreichbar. Bei der Anzahl an Treppenstufen muss ich aber schmunzeln, denn die Dame an der Kasse fragte nur beiläufig, ob wir Konditionsprobleme haben, denn es sind nur ein paar (!) Treppenstufen zu laufen. Es waren ein paar mehr. 151 waren es von niedrigsten Punkt bis wieder an die Oberfläche. 
Der Eintritt hat sich mehr als gelohnt und wir sind wieder einmal von unserem Hobby begeistert, denn ohne dieses hätten wir die Höhle nie entdeckt. 
Allgemein haben wir uns schon ein paar gefragt, was wir in diesem Urlaub wohl ohne Geocaching gemacht hätten, dass uns so viele schöne und ja auch nicht so schöne Orte gezeigt hat, die wir so nie entdeckt hätten.

In den Wäldern stehen
bis zu 70m hohe Bäume. Wow
Es ist bereits kurz nach 17 Uhr, also gehts direkt weiter zur Unterkunft, wieder einmal eine Art Motel, aber es ruhig und gar nicht so übel, wie wir anfangs vermutet haben. Wir haben da ja schon einiges erlebt. Nur die Klimaanlage vom Nachbarn nervt, ich frage mich, warum man bei 22 Grad eine Klimaanlage braucht?
Dafür gabs heute Abend die erste Katze in Australien zu sehen, bisher hab ich ja schon fast angezweifelt, dass es hier überhaupt welche gibt.

Australien 2015 - Tag 27 - Albany nach Pemberton (08.02.2015)

Der Artikel kommt leider einen Tag verspätet, denn in unserer gestrigen Unterkunft gabs weder Handynetz noch WiFi. Furchtbar. Kein Handynetz zu haben bin ich mittlerweile gewöhnt, kein WiFi ist neu - naja nicht ganz, wenn ich an Yeppon zurück denke.

Nach dem Frühstück brechen wir auch gleich auf, zur Sicherheit schaue ich noch einmal auf die aktuellen Buschfeuer-Warnungen. In dem Gebiet, in dem unsere nächste Unterkunft liegt, sind keine Feuer, aber viel Rauch gemeldet. Na mal sehen, wie es heute abend bei Ankunft sein wird.

Die heutige Route:

Green Pool im William Bay NP
Erstes Zwischenziel ist heute aber zuerst im William Bay-Nationalpark der sogenannte Green Pool, der ein erfrischendes Bad bieten soll. Weil ich mir gestern schon ziemliches Genöhle anhören durfte, da der Cache-Nachmittag länger ging als gedacht, soll also heute gebaden werden. Erfrischend ist mehr als treffend, denn die Brühe ist eiskalt. Während ich mich todesmutig zwischen die Eisschollen werfe, ist Madame Ich will nun endlich baden das Minöschen schlechthin und traut sich nur bis knapp unter den Bauchnabel ins Wasser. So viel dazu. Nach 20 Minuten, irgendwann spürt man auch seine Gliedmaßen nicht mehr und das Wasser ist nur noch halb so kalt, ist der Badespaß auch schon wieder vorbei.

Auf den Weg zum Badestrand sahen wir schon die ersten Hinweise, dass der South Coast Highway wegen Buschfeuern gesperrt ist, die Umleitung geht 50km nördlich über den Muir Highway. Ein Blick auf die Karte verheißt nichts gutes, der einzige Weg auf den ausgeschriebenen Highway liegt 20km zurück, vor dem Örtchen Denmark. Gestern Ostsee und Schottland - mit Abstecher auf die Halbinsel Vancuver, heute nach Denmark, mal sehen, wo uns die Weltreise auf kleinem Raum noch hinführt.
Wieder mal verbotene Wege gefahren
Die 50km nördlich sind an den Temperaturen deutlich bemerkbar, denn an der Küste sind angenehme 25 Grad, während es, kaum auf dem anderen Highway angekommen, bereits 37 Grad sind. Im Laufe des Nachmittags steigt das Thermometer noch auf 41 Grad. Dabei ist es zeitgleich so trocken, dass wir uns nicht trauen in den Pausen zu rauchen, auch wenn ein Kippchen gegen die Müdigkeit helfen würde.
Nach wiedermals endlosen Straßen gerade aus, zur Abwechslung mal durch dichte Wälder und hin und wieder zwei/drei Städtchen, verdichtet sich der Rauch immer mehr. Da in der Pampa so gut wie nie Handyempfang ist, kann ich leider nicht nachschauen, ob unsere Unterkunft davon betroffen ist.
Als wir Pemberton erreichen, ist die Straße zwar noch gut erkennbar, aber von der Landschaft nicht mehr viel zu sehen. Die Infos, die ich hier im Netz finde, sind leider schon drei Tage alt.
Unsere Unterkunft liegt ein ganzes Stück außerhalb von Pemberton in einem Waldstück und schon wieder sehen wir unseren gemütlichen Balkonabend mit Bierchen und Kippchen dahinschwinden. Aber wir haben ein Zimmer direkt See, und rauchen ist erlaubt. Juche. Unser Zimmer ist einem großen Blockhaus, in dem mit einfachsten Mitteln eine schöne Unterkunft geschaffen wurde. Trotz, dass das Resort auch drei Sterne hat, und damit genauso viel wie das Ibis Styles, ist das Zimmer um Welten besser, hier gibt es nur den Fakt zu beanstanden, dass wir weit weg vom Schuss sind und weder Handynetz, noch Internet haben. Scheiß Internetsucht.

Der lachende Hans
Dafür werden wir auf dem Balkon von zwei Papageien und dem lachenden Hans begrüßt, die sich eine ganze Weile zu uns gesellen, bevor sie sich in ihr Nachtquartier zurück ziehen. Auch haben sich in der Nähe von unserem Zimmer mehrere Kängurus zum Fressen auf einer Wiese getroffen, die Tierwelt Australiens zeigt sich also mal wieder von seiner schönsten Seite.

Buschfeuer etwa 30km südlich
Ich frage auch wegen den Buschfeuern, die direkte Umgebung von Pemberton und unserem Resort ist sicher, das Feuer wütet etwa 30km südlich bei Northcliff und ist auch nach einer knappen Woche noch nicht unter Kontrolle. Es brennen nach Angaben vom Vortag etwa 80.500 Hektar Wald auf einer Länge von 300km. Damit eines der schwerste Feuer seit vielen Jahren. Die Feuerwehr versucht mit Unterstützung aller umliegenden Rettungskräfte und Armee das Feuer unter Kontrolle zu bringen, und versucht auch durch kontrolliertes Abbrennen von Waldstücken das Feuer einzudämmen.

Unser Weg morgen nach Margaret River ist nach aktuellen Aussagen nicht betroffen. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Balkongäste
Als wir am Abend auf Balkonien sitzen, versucht unser Nachbar hingegen den halben Abend seine Dame mit Musik bezirtzen, was ihm auch irgendwann gelingt, aber bietet damit auch für uns ein kleines musikalisches Rahmenprogramm. Anstatt aber nach der kurzen Knatterei weiter zu spielen, quastschen sie lieber...sowas!

Abschließend fragen wir uns nur wieder, was wir hier eigentlich sollen? Denn hier gibt es nichts großartig anzusehen, noch haben wir Zeit dafür, denn wir sind erst kurz vor 18 Uhr hier gewesen und müssen morgen früh direkt weiter. Wieder knappe 200km.

Thema Kilometer ist auch noch ein gutes Stichwort. Dertour hat uns diese Rundreise vermittelt und schreibt im Begleitheft zur Reise aus, dass wir in sieben Tagen etwa 1.450km zu fahren haben (nicht dabei sind alle empfohlenen Ausflugsziele), vermittelt uns aber zeitgleich einen Mietwagen mit 200km pro Tag. Summa sumarum also 1.400km frei. Hmm. Wir haben heute die 1.000km weit überschritten und haben doch die erwähnten 200km und dann noch mal 350km reine Wegstrecke zu den Unterkünften vor uns. Mal sehen, was ich dann so in Rechnung stellen kann...

Samstag, 7. Februar 2015

Australien 2015 - Tag 26 - Albany (07.02.2015)

In unserer Unterkunft gibt es ein leckeres Frühstück mit Brot, Marmelade, frischen Obst, dieses essen wir am Morgen auf dem Balkon in der Morgensonne. Sonderlich warm ist allerdings früh halb 9 noch nicht. Auch als wir gegen halb 10 losziehen wollen, sind die Temperaturen weiterhin um die 22 Grad. Dazu ist es bedeckt und es sieht nicht so aus, als würde sich dies im Laufe des Tages ändern, also beschließen wir mutig ohne Sonnencreme losziehen.

Im Reiseführer wird die Region um Albany als Mischung aus Toskana und Skandinavien beschrieben, wie sie draufkommen weiß ich nicht. Als wir am Morgen als erstes zum Strand gehen, hab ich so eher den Eindruck wir sind an der Ostsee gelandet. Weißer Sandstrand, steife Briese, dazu mit Gräsern bewachsene Dünen. Es hat auf jeden Fall etwas mehr von Ostsee als von Toskana.
Danach beginnen wir unseren Cachetag, gleich an der ersten Station stehen wir etwas ratlos da, bis wir schließlich die rettende Idee haben, mit dem Cache-Behälter kommt aber leider auch gleich ein riesiges achtbeiniges Etwas mit zum Vorschein, ok, es hat nur noch sechs Beine, unser Rumgestocher im möglichen Versteck hat ihr wohl zwei Beine amputiert, dennoch springen wir erstmal einen Meter zurück. Es macht den Anschein es wäre tot, überprüfen möchte ich das allerdings nur aus der Ferne. Es lebt noch und verkriecht sich daraufhin im Busch. Ich hoffe nur, sie plant dort nicht ihren Rachefeldzug gegen uns und noch mehr, dass sie dann nicht auch noch hoch giftig ist. Nach einer längeren Google-Suche am Abend komme ich zu dem Schluss, dass es eine Huntsman-Spider ist, die ungefährlich ist und man sich gar als Haustier halten könne. Ähhh, nein Danke!

Der nächste Weg führt uns zum Anzac Centenary, einer Mischung aus original Erster und Zweiter Weltkriegs-Festung und Zelebrierung des Militärs (Anzac = Australian and New Zealand Army Corps). Nicht das erste Kriegerdenkmal, dass wir in Australien sehen. Die zur Schaustellung des Militärischen, sowie teils heroische Darstellung an welchen Kriegen Australien beteiligt war, erstaunt mich immer wieder. Ich dachte immer nur die Amis sind so schräg drauf.

Auf dem Gelände gibt es neben einigen Gebäuden, die aus Kriegszeiten erhalten geblieben sind, auch verschiedenstes Kriegsgerät anzuschauen. Im Museum auf dem Gelände könnte man sich die ganze Geschichte dazu durchlesen, aber wir mögen Museen, in denen man nur lesen muss nicht, und A$ 24 sind auch etwas heftig, für das doch recht kleine Museum.
Hier oben auf dem Hügel können wir aber noch zwei Caches erledigen und die herrliche Aussicht genießen, die man hier über die ganze Bucht hat.



Wie ja bereits erwähnt, sind wir auf Cache-Sightseeingtour, also geht die Tour weiter zum Hafen. Entlang der Mole genießen wir, dass die Sonne endlich ein wenig herauskommt, den Pelikanen im Wasser scheint dies auch zu gefallen, denn sie zeigen sich zur Abwechslung mal etwas fotogen.

Hier halten wir uns aber nicht lange auf, da die Batterien fürs GPS mal wieder leer sind und wir Nachschub brauchen, nach einem kurzem Intermezzo im Supermarkt und fettigen Fish&Chips-Mittag gehts auf die andere Seite der Bucht. 
Hier fahren wir die einzelnen Stellen wieder vorrangig durch die Caches an und entdecken dabei herrliche Buchten und Aussichtspunkte. Auf dieser Seite der Bucht könnte man aber schon fast meinen, man sei in Schottland gelandet. Grüne Berge, so weit das Auge reicht, dazu steile Küsten und der Wind und der Linksverkehr passen auch ganz gut ins Bild. Warum sind wir eigentlich so weit gefahren? Hätten wir doch viel näher haben können!
Aber wir sind in Australien, und das merkt man spätestens mal wieder an den unzähligen Warnschildern, so an den Blowholes, an denen der Wanderweg ein ganz gefährliches Pflaster zu sein scheint. Denn hier wird prophylaktisch vor jedem möglichen Szenario gewarnt. Am Besten man verlässt das Haus gar nicht erst.
Mussten an Land bleiben
Apropos gefährlich, für einen Cache habe ich mich todesmutig ins Meer gestürzt, um die Dose ein gutes Stück weit im Meer zu bergen. Coole Idee, wenn auch nass.

Wir bleiben fast bis Abends auf dieser Seite, hier gibt es noch zu viele Caches und viel zu viele schöne Aussichten, die wir teils mit kleinen Wanderungen erreichen.



Als wir den Rückweg antreten, sehen wir beim Vorbeifahren auf einer großen Wiese zwei Kängurus, schnell bremsen und ranfahren. Dann sehen wir, dass es nicht nur zwei sind, sondern die ganze Wiese voller Kängurus ist. Da hat sich das Anhalten ja noch richtig gelohnt. 

Zum Abendbrot gibts Takeaway-Pizza, da das italienische Restaurant völlig überlaufen ist und After Sun für die Haut, denn am Morgen ohne Sonnenschutz los zu marschieren war ein großer Fehler. Wir haben beide, trotz dass es zu 90% bedeckt war, einen wundervollen Sonnenbrand.

Freitag, 6. Februar 2015

Australien 2015 - Tag 25 - Hyden nach Albany (06.02.2015)

Die Nacht in unserem Motel war recht entspannt, da es aber nur Frühstück bis 9 Uhr gibt, heißt es wieder zeitig raus. Im Frühstückssaal kommt die rustikale Köchin aus der Küche gestürmt, drückt uns jeweils eine Speisekarte in die Hand und erwartet, dass wir jetzt und sofort wählen. Während wir die Karte kurz überfliegen wird sie schon ungeduldiger. Herrje, dann eben fix für Bacon and Eggs entscheiden. Während dies in der Küche bereitet wird, bedienen wir uns schon am Toast und Instant-Kaffee..hmmm...die Sache mit dem Toast war allerdings ein Fehler, denn zum Bestellten gibts nochmals Toast, stand auch sicher auf der Karte, hätten wir denn genug Zeit zum Studieren gehabt.
Gestern musste ich mich beim Einchecken schon ganz Oldschool ins Gästebuch eintragen, und beim Auschecken gehts Oldschool mit einer handgeschriebenen Quittung fürs gestrige Abendbrot weiter. 
Bevor wir den Weltort Hyden verlassen, noch ein Abstecher zur Ausstellung von Hydens Geschichte.

Die ist sogar mit einer guten Idee dargestellt, alte Schrottgegenstände wurden zu Figuren zusammengeschweißt, die den Gang durch die Zeit schön darstellen, dazu gibt es jeweils noch Infotafeln. Ein paar Papageien gibts hier auch noch zu bewundern. 
Danach begeben wir uns auf den Weg, immerhin haben wir heute gute 350km zurückzulegen, auch wenn Karen anfangs was von fast 500km meint, aber auf sie hören wir heute lieber nicht, sonst kommen wir nie an.



Die heutige Route:


Der erste Teil der Strecke zieht sich heute wieder endlos. Wie gestern auch schon, sind die Straßen heute wieder extrem langgezogen. Noch dazu sind sie keine Highways, sondern kleinere Landstraßen, die zum Rasen einladen, aber das lasse ich lieber, noch einen Strafzettel möchte ich dann doch nicht. Auf den ersten 200km überqueren wir tatsächlich öfters die Bahnlinie, als uns Autos begegnen (8:3). Uff.


Immerhin ist es heute nicht so heiß wie gestern, aber dennoch kommen uns die 25 Grad eher kalt vor, da auch noch ein kühles Windchen weht. Da für uns auf der Strecke keine Caches liegen, halten wir hin und wieder an ein paar Salzseen, mit viel Salz und wenig - naja eigentlich gar keinem - Wasser. 


Als die Caches endlich verfügbar sind, sind wir schon fast 150km gefahren. So kommen wir aber durch ein paar Ortschaften, bei denen ich mich wieder frage: Hier wohnt einer? 30 Häuser, 1 Tankstelle, ein Tante-Emmaladen mit Post, sonst ist Umkreis von 50km Nichts.


Zu einem guten Cache gehört natürlich auch das Befahren von Dreckstraßen, damit die Karre hinterher schön verstaubt ist. So einen Cache finden wir am Mt Trio. Da die Dose extrem gut gepflegt ist - und das ist wirklich der erste australische Cache, den wir gefunden haben, in so einem guten Zustand, die meisten Dosen sind ziemlich vermüllt und dreckig - starten wir hier unser TB-Rennen. Jeder von uns legt einen Travelbug hinein, den andere Geocacher mitnehmen und in anderen Caches ablegen können. Ziel unseres kleinen Rennen ist es, dass der TB gewonnen hat, der es zu erst nach Deutschland schafft. Blöd wäre nur, wenn der nächste Cacher, der sich hier hin verirrt Deutscher ist und ihn direkt mitnimmt. Ganz so geplant haben wir das dann doch nicht, etwas rumreisen dürfen die TB natürlich noch, bevor sie nach Deutschland kommen. 


Dumm wäre auch, wenn einer der hier kursierenden Buschfeuer die TB dahin raffen würde. Auf weiten Teilen der Strecke waren heute die meisten Nationalparks wegen akuter Feuergefahr gesperrt. Ausflugsziele unterwegs waren also recht rar. Aber so recht wollen wir auch gar nicht kilometerweit in Wälder hineinfahren, wie schnell und wie sehr die Buschfeuer um sich greifen vermögen wir nicht einschätzen zu wollen.
Also bleiben wir hier lieber bei den Zielen, die inklusive Cache an der Strecke liegen. So führt uns der Weg zu einer holländischen Windmühle oder zu verschiedenen Tanzhallen in Dorfzentren, wie man sie aus Filmen kennt, in denen das ganze Dorf zusammenkommt, wenn da mal was los ist.

Irgendwann wollen wir aber auch nur noch ankommen, also fahren wir bis Albany durch. Am Morgen, beim Bereitmachen von Karen lese ich mit großen Entsetzen schon, dass wir in einem Ibis Styles untergebracht sind. Die Dreckhölle in Alice Springs war auch ein Ibis Styles. Naja eine Nacht wird das schon gehen. Das zweite Entsetzen kommt, als ich sehe, dass wir dort zwei Tage verbringen müssen. :-O
Als wir in Albany ankommen, sehen wir das Elend schon von außen, es liegt nicht mal ansatzweise im Stadtzentrum, und dann auch noch am stark befahrenen Highway. Zwei Tage? Ohne uns. Wir checken ein und schauen uns die Butze an. Klein, stinkt, Zimmer mit "Balkon" auf dem Laubengang und wunderbaren Blick auf den Highway und das gegenüberliegende Autohaus. Toll, so muss Urlaub sein. Wir bereuen schon mehr als, eine vorgefertigte Tour genommen zu haben. Tag 2 und zweiter Reinfall...wobei unser Motel in der Pampa gestern noch luxuriös ggü. diesem ist. 
Wie wir da so zwei Minuten in der Butze hocken und uns versuchen mit der Situation abzufinden, haben wir zeitgleich die Idee uns eine andere Unterkunft zu suchen. Da es aber schon gegen 17 Uhr ist, wird das Unternehmen schwierig. Wir fahren erstmal nach Albany rein, auf den Weg kommen wir an etlichen Motels vorbei, die zwar auch nicht näher in der Stadt sind, aber alle einladender aussehen, als unsere Unterkunft. Beim Durchfahren durch die Innenstadt finden wir kein Hotel, auch nicht, als wir die Küstenstraßen abfahren. Bevor wir noch länger rumirren, schlage ich vor in die Touristeninformation zu gehen, die vermitteln ja für gewöhnlich Unterkünfte. Die Touristeninformation ist mit fünf Leuten für so ein Kaff doch recht gut besetzt. Die Dame sucht uns verschiedene Unterkünfte raus und wir finden eine Privatunterkunft, mit Balkon, Blick aufs Meer und die Bilder sind sehr viel versprechend. Klar, Bilder lügen, das beweist das Ibis Styles mit Bravour. Aber wir nehmen dennoch die Katze im Sack. Die Unterkunft kostet uns für zwei Nächte A$ 397 (umgerechnet etwa 268 €), billiger sind nur noch die Motels außerhalb der Stadt. Aber wirklich sehr viel billiger sind sie auch nicht.
Wenn wir nur hätten eine Nacht bleiben sollen, wären wir im Ibis Style geblieben, aber zwei Nächte mit der tollen Aussicht und der "ruhigen" Lage wollen wir definitiv nicht. Und der Wechsel lohnt sich, auch wenn wir noch mal Geld ausgeben müssen. 

Bilder sagen mehr als tausend Worte, links Ibis Styles, rechts unsere neue Privatunterkunft.



Leider stellen wir erst vor Ort an der Privatunterkunft fest, dass das ganze Grundstück rauchfrei ist. Gemütlicher Abend mit Kippchen und Bierchen auf Balkonien fällt also flach. Auch nur halb so schlimm, denn die Temperaturen sind am Abend auf unter 20 Grad gefallen und ich sitze in langen Hosen und Pullover im Zimmer. *bibber* Zum Rauchen müssen wir also raus auf die Straße, kein Problem, wären da nicht die blöden Nachbarsköter, erst kläfft der eine los, dann der nächste. Hmpf...jaja scheiß Touristen, immer was zu meckern. ;-)

Im Ibis Styles müssen wir auch noch auschecken. An der Rezeption holt die Dame, bei der wir am Nachmittag eingecheckt haben erst mal wortreich aus, warum sie noch keinen Stadtplan für uns finden konnte (den wollten wir beim Einchecken haben). Bevor sie noch an Atemnot stirbt unterbreche ich sie und erkläre, dass wir auschecken wollen, weil wir eine andere Unterkunft haben, das kann sie erst mal gar nicht fassen und holt die Managerin. Huch, das ist jetzt aber nicht nötig. Die Managerin hingehen versucht uns ein anderes Zimmer zu geben, nein wir haben doch schon eins. Nach 10 Minuten rumdiskutieren hat sie's gerafft. Die aktuelle Nacht bekommen wir nicht erstattet, weil es zu spät ist. Ok. Die nächste Nacht würde sie aber erstatten, zahlt uns aber kein Geld aus, da die Vermittlung über die Reiseagentur ging. Auch ok, aber ich will eine Bestätigung, dass wir keine zwei Nächte hier sind. Diese bekomme ich nicht; nur die mündlich Zusage, dass wenn sich die Agentur im Hotel meldet, dass sie ihnen bestätigen, dass wir gleich wieder ausgecheckt haben. Irgendwie hege ich daran noch so meine Zweifel.

Naja, der Abstecher nach Hyden war sinnlos, auch wenn deren Wave Rock schön anzusehen ist und in Albany - ich weiß auch nicht so recht, was wir hier sollen - ist das Hotel ein absoluter Reinfall, ich ahne schon schlimmes, was uns noch bevorstehen wird und verfluche den Tag, an dem wir beschlossen haben, eine vorgefertigte Rundreise von Dertour zu nehmen, nur weil wir zu faul waren, uns hier im Südwesten auch noch eine individuelle Route zusammenzustellen. Ich hoffe nur inständig, dass es besser wird, sonst zieht die letzte Woche noch den ganzen Urlaub ins Negative...wer will das schon?