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Sonntag, 5. Januar 2014

Australien 2013/2014 - Tag 11 - Byron Bay (04.01.2014)

Gestern lernten wir Byron Bay als Zentrum für Aussteiger und Künstler kennen. Vom heutigen Tag erhoffen wir uns, Byron Bay von einer anderen Seite kennen zu lernen. Aber zunächst beginnen wir den Tag mit Frühstück. Ein Stück außerhalb des Zentrums entdecken wir eine Art gehobene Surferbar, perfekt fürs Frühstück, unser Kellner will mit seinen Deutsch-Kenntnissen glänzen, um die Bestellung aufzunehmen reichen diese allerdings nicht. Macht nix, der Wille zählt. Wir bestellen Baquette, Rührei, Speck und Kaffee. Es gibt allerdings weder Filterkaffee, noch Café Crème; ein Espresso ist mir zu stark, also muss ich wohl oder übel einen Long Black (Espresso mit der doppelten Menge Wasser gestreckt) nehmen, bis besagtes Getränk bei mir ist, habe ich bereits alle Witze zu dem Namen durch. Ein Fehler, denn ich hätte mir alle Witze bis zum Verzehr aufheben sollen, denn es ist der widerlichste Kaffee, den ich jemals in meinem Leben getrunken habe. Igitt. Gibt's denn in ganz Australien keinen vernünftigen Kaffee? Wenigstens war das Frühstück sehr lecker. 

Danach begeben wir uns zum Cape Byron Light, einem Leuchtturm am östlichsten Punkt Australiens. Am frühen Vormittag ist es schon entsetzlich warm, der Fußweg ist schier endlos und geht stetig bergauf, als wir endlich am Ziel ankommen, werden wir mit einer herrlichen Aussicht über die gesamte Küste belohnt.
Eigentlich wollen wir auch gern noch den Cache Easterly Extreme, am aller östlichsten Punkt Australiens erledigen, aber dies würde bedeuten, dass wir gute 150 Höhenmeter Treppen überwinden müssen, die wir erst runter und dann wieder hoch müssten, da haben wir bei der Hitze beide keine Lust drauf. Also begeben wir uns auf den Rückweg zum Hotel und gehen erst mal an den Strand schwimmen.  
Schwimmen im Pazifik ist toll, wenn man auch auf Grund der starken Strömung nicht allzu weit hinaus/hinein schwimmen darf. 
Nachdem wir genug vom Meer haben, fahren wir zu dem Cache, zu dem wir am Vormittag nicht laufen wollten. Es ist noch heißer geworden, die Fahrt allein ist eine Qual; auf dem Weg zum Cache sind zwar keine großen Höhenmeter zu absolvieren, aber die Sonne brennt entsetzlich heiß, selbst mit Sonnenschutz 50 hat man das Gefühl zu verbrennen. Die ersten Meter können wir zum Glück noch im Halbschatten laufen, danach sind wir der prallen Sonne ausgesetzt. Aber es lohnt sich, an der Küste ist es herrlich.

Da es für jegliche Freizeitbeschäftigung viel zu heiß ist und für Baden die Sonne zu sehr brennt, erledigen wir leidige Dinge wie Einkaufen. Im Supermarkt ist es immerhin angenehm kühl, so übel ist es dann also doch nicht. Am Bottle Shop staunen wir nicht schlecht, dass dieser auch einen Drive-through (Drive-in im Denglischen) zu bieten hat.

Am Abend gehen wir in das asiatische Restaurant, in dem wir am Abend zuvor reserviert haben. Meine Mutter bestellt einen Eintopf und ich ein Lammcurry. Es kommen zwei gigantische Portionen. Zur Sicherheit schaue ich noch mal in die Karte, ob wir nicht aus Versehen je ein Gericht für zwei Personen, nein, kein Irrtum, das sind Einzelportionen, fragt sich, wer das essen soll. Auf jeden Fall schmeckt es sehr gut, wenn ich auch irgendwann von dem Curry-Geschmack genug habe, aber auch so wäre die Portion nicht zu schaffen zu wesen.

Samstag, 4. Januar 2014

Australien 2013/2014 - Tag 10 - Port Macquarie nach Byron Bay (03.01.2014)

Heute frühstücken wir im Hotel, es gibt alles was das Herz begehrt und bietet damit den perfekten Start in den Tag. Danach beladen wir noch unser Auto für den weiteren Weg Richtung Norden. Uns erwarten heute knappe 400 km und wir müssen bis 18 Uhr in Byron Bay sein, denn nur so lang ist die Rezeption besetzt, sonst müssen wir anrufen, dass es später wird. Da wir aber schon um 9 Uhr morgens starten und geplant nur 5h fahren, sollte dies alles machbar sein.

Die heutige Route:


Erster Halt ist wenige Kilometer nach dem Hotel im Billabong Koala Wildlife Park, einen Tierpark mit Koalas, Kängurus, Pelikanen, Wombats, usw. eben alles was die australische Tierlandschaft zu bieten hat. Man merkt deutlich, dass es keine freilebenden Tiere sind, auch wenn der Park sich gern freigiebig für die Tiere gibt. Die Tiere sind aber an den Menschen gewöhnt und entsprechend zugänglich. 

Einige Kängurus verfolgen uns, in der Hoffnung wir haben Futter bei uns, das kennen wir aber schon aus einem Tierpark in Goldau (Schweiz), als wir den Fehler begangen und Futter aus dem Futterautomat zogen und dann viele neue tierische Freunde hatten, die uns auf Schritt und Tritt (im wahrsten Sinne) folgten. Also geben wir hier lieber kein Futter, sonst werden wir sie nicht wieder los.

Nachdem wir fast alle Tiere in Park gesehen haben, und uns auch noch eine Vorführung angeschaut haben, sehen wir uns als letztes das Koalagehege an. Hier hängen etwa fünf Koala an den Bäumen und lassen es sich gut gehen. Ein Koala hängt wie der King im Baum, ein anderer begnügt sich mit Fressen. Gern hätten wir sie auch mal angefasst, Koalas sollen ja deutlich borstigeres Fell haben, als ihr aussehen vermuten lässt, doch dies ist uns leider untersagt. Danach Beenden wir unseren Aufenthalt im Tierpark und wenden uns dem ersten Cache auf der heutigen Tour zu. Vor Ort finden wir viel Gestrüpp, da kommt wieder mal Freude bzgl. netten Getier auf, dass uns hier erwarten kann. Den Behälter finden wir dann irgendwo dazwischen. Schön ist anders.

Wir wollen etwas Strecke zurücklegen, bevor wir uns den nächsten Zwischenhalt gönnen wollen. Leider ist unser Vorhanden nach ein paar Kilometern zu Ende, denn wir stehen im Stau. Eine geschlagene Stunde Stopp & Go. Im Auto vor uns wird eine nach der anderen geraucht und fleißig aus dem Fenster geworfen, prima bei 45°C im Schatten und höchster Waldbrandgefahrenstufe. Kippe aus'm Auto werfen kostet btw. A$ 2.600 Strafe. Mehr als verständlich, doch Polizei ist sonst überall, nur hier nicht. Es ist mittlerweile Mittag, als wir die Küstenstraße erreichen. Die Straßen sind voll, ungewohnt, da wir ja tagelang fast allein unterwegs waren und nur in Städten größeres Verkehrsaufkommen erlebt haben. Trotz Stau liegen wir aber noch gut in der Zeit, Zeit genug um Cachen zu gehen. Zu erst werfen wir aber erstmal die Postkarten ein, es ist zwar ein Kufdorf, aber die Postkutsche sollte auch hier hin und wieder vorbei kommen. Direkt im Anschluss biegen wir Richtung Strand ein, nach einem kurzem Exkurs zu selbigen, laufen wir zu dem Cache in 300 m Entfernung. Wir müssen warten bis einige Muggel vorbei sind, bevor wir mit der Suche beginnen können. Aber wie sollte es anderes sein? Hohes Gestrüpp, viel Grün und auch sonst wenig Freifläche, da hab ich schon keine Lust mehr. Ich kann mich an dieser Stelle nur wiederholen: in Deutschland wäre mir das sooooo was von egal, auf dem giftigsten Kontinent vermeide ich derartige Orte liebend gern. Die Grillzange kommt zum Einsatz nützt hier aber wenig. Wir brechen ab, die Umgebung ist uns zu unsicher.
Der weitere Küstenweg gestaltet sich größenteils durch Stehen, die Zeit bis 18 Uhr schrumpft zunehmend, aber haben noch die Hoffnung es zu schaffen. Die Straße ist meistens zweispurig, durch einen Doppelstreifen getrennt. Hin und wieder kommt eine Überholspur, diese wird bereits fünf Kilometer vorher angekündigt, bei mir steigt dann immer schon die Freude, bald alle notorischen Langsamfahrer überholen zu können, wenn auch der eigentliche Zweck der Schilder ist, Autofahrer von riskanten Überholmanövern abzuhalten.
Es sind aber wie bereits erwähnt 45°C im Schatten, das macht lange Zeit am Stück fahren, trotz Klimaanlage nahe zu unmöglich. Eine Pause muss her. An einem Rastplatz wollen wir einen Stopp für zehn Minuten einlegen, ich entdecke einen Schattenplatz, will gerade das Auto einparken, als eine nicht so freundliche Dame ihre Minihitsche einmal quer über den gesamten Schattenplatz abstellt und verschwinden will. Ich rufe ihr noch hinterher, dass hier auch drei Autos hinpassen würden, wenn sie denn netterweise ihr Gefährt ordentlich parken würde. Keine Reaktion, prima. Nach zehn Minuten kommt sie zurück, und meint "Ach, hab ich n bissi doof geparkt, hätten Sie auch noch hingepasst." Ach was!? "Das hab ich Ihnen vor 10 Minuten schon versucht zu erklären, hat Sie nicht interessiert." Egoisten gibt's eben überall. Weiter geht's und wieder ist die Überholspur mein Freund. So können wir wenigstens einige Minuten gut machen, die wir kurz darauf wieder in Pause umsetzen müssen. 
Es ist mittlerweile 16 Uhr und wir haben noch gute 100 km bis zum Hotel. Wir überlegen, wann wir spätestens im Hotel anrufen, dass es später wird. Aber dem Moment läufts gut, wir können einige Kilometer ohne Probleme schruppen. Bis kurz vor Byron Bay. Wir haben noch 10 km, es ist kurz nach 17 Uhr und wir stehen und stehen auch 20 Minuten später noch. Ich schlage schon vor, dass Mami derweil zum Hotel läuft, sie ist sicher schneller da, als ich mit dem Auto. Ich bin heil froh, als wir 5 vor 18 Uhr endlich auf dem Hotelparkplatz einfahren.

Am Abend sind wir auf Suche nach Nahrung, wir versuchen es zunächst in einem asiatischen Restaurant, leider haben die keinen Platz mehr für uns. Weiter geht der Weg zu dem Restaurant, dass uns im Hotel empfohlen wurde, das hat leider zu. Der weitere Weg führt uns durch die Gassen der Stadt, die meisten Kneipen, Imbisse und Restaurants sind restlos überfüllt. Wir gehen eine größere Runde, kommen an einem Italiener vorbei, davor auch eine große Schlange, aber bevor wir noch länger suchen, können wir uns auch hier anstellen. Nach einer halben Stunde warten bekommen wir einen Tisch. Endlich. Das Essen war sehr lecker und jedes Mal, wenn bezahlt wurde und es Trinkgeld gab, wurde die große Glocke geläutet, so dass es das ganze Restaurant mitbekam und anschließend applaudierte.
Nach dem Essen wollen wir gern noch ein Bierchen trinken, die Kneipen sind nach vor wie völlig überfüllt und wir kommen nirgendwo rein, letzter Anlaufpunkt ist die Gaststätte ggü. unseres Hotels, da dürfen wir zwar prinzipiell Alkohol konsumieren, aber nur, wenn wir vorher dort gegessen haben. Args, Australier und ihre Alkoholgesetze sind echt merkwürdig, aber hier bekommen wir schlussendlich nichts zu trinken. Wir gehen noch einmal zum asiatischen Restaurant und reservieren vorsorglich einen Tisch für Morgen. 


Freitag, 3. Januar 2014

Australien 2013/2014 - Tag 9 - Sydney nach Port Macquarie (02.01.2014)


Da wir gestern Abend wir noch Postkarten geschrieben haben, ist die erste Frage an der Rezeption vorm Auschecken, wo denn der nächste Briefkasten sei. Und wieder einmal fallen mir meine kargen Englischkenntnisse auf die Füße, denn ich frage nach einer Mailbox - im besten Wissen, dass das die korrekte Übersetzung für Briefkasten ist, tatsächlich suchen wir aber eine Post box, das sorgt erstmal für Verständnisprobleme. Nachdem diese gelöst waren (ich hab während des Gesprächs gespickt und das Bild aus Melbourne von Australia's highest Post box rausgesucht...again what learned ;-)), wurde meine Frage dennoch mit Schweigen beantwortet. Die Dame an der Rezeption weiß es schlicht nicht. Hm, bin ich die erste, die danach fragt? Sie fragt den Manager, auch der hat keine Ahnung. Hmpf, dann sind wir wohl im Tal der Ahnungslosen gelandet, obwohl wir gar nicht geplant hatten nach Dresden zu fahren....jaja Joke mit nem riesen Bart...I know. Aber irgendwo auf dem Weg zum nächsten Hotel, werden wir schon einen Briefkasten finden.

Frühstück steht an, in der Nähe gibt's Fast Food in Form von KFC, auf den Fetttempel mag ich gern verzichten, schon gar nicht als Frühstück. Aber in der Nähe ist auch eine Tankstelle und die haben ja bekanntlich belegte Brötchen. Also wird dies unser Frühstücksanlaufpunkt, tanken müssen wir so oder so, also können wir das gleich kombinieren. Was sie nicht haben sind belegte Brötchen...dafür jede Menge Süßkram und sowas wie Würstchen im Schlafrock. Wir entscheiden uns für irgendwas davon und verspeisen ES direkt am Parkplatz. ES ist einfach nur widerlich und landet nach zwei Bissen direkt in der Mülltonne. Mögen Australier so etwas? Kann man an einer so starken Geschmacksverirrung leiden? Gut, Australier mögen auch Vegemite, wen wundert es also?

Die heutige Route:


Wir wollen auch gern baden,
finden aber leider den Zugang
zum Strand nicht.
Auf dem Weg aus Sydney heraus halten wir noch für ein paar Caches. Nächster geplanter Halt ist in Swansea, empfohlen wird uns ein Aussichtspunkt, bei dem man die gesamte Küstenlandschaft einsehen kann. Anfangs ist der Aussichtspunkt auch noch ausgeschildert, den weiteren Weg finden wir nur noch mit der Beschreibung aus dem Reiseführer. Vor Ort erleben wir einen verwahrlosten Platz, der von der Dorfjugend wohl als Feierort genutzt wird, des Weiteren ist der Platz von hohen Bäumen umsäumt, die eine Sicht auf irgendwas unmöglich machen. Ohne Kettensäge kann man hier wenig Aussicht genießen. Danach begeben wir uns zur Küste und können dort wenigstens noch ein bisschen die Aussicht genießen.

Nach der erfolglosen Küste, wollen wir als nächstes in Port Stephens  halten. Laut Reiseführer leben hier in der Region die meisten freilebenden Koalas in Australien. Als wir fast Port Stephens erreichen, entdecke ich beim Fahren auf den linken Seite tatsächlich schon einen Koala im Baum sitzend. Bei der nächstmöglichen Stelle wollen wir halten, um weiter nach Koalas Ausschau halten. Bei einer Bushaltestelle mitten Nichts - aber gut, irgendeine Berechtigung scheint sie zu haben, - halten wir und stehen sogleich auch schon direkt im Urwald. Wir gehen etliche Meter hinein, es ist extrem heiß und entsetzlich laut - die Zikaden toben sich hier so richtig aus. Wir halten es knappe 15 Minuten aus, danach brechen wir - ohne einen Koala entdeckt zu haben - ab. In Port Stephens angekommen, suchen wir den Informationspunkt vergeblich.

Ich schlage vor zurück zum Koala am Baum zu fahren, um wenigstens einen freilebenden Koala zu sehen. Schräg ggü. vom Koala befindet sich ein Baumarkt, da können wir parken und laufen über die Straße zum Koala. Wir sind mitten in der Fotosession, als ein Wagen plötzlich mit einer Vollbremsung bei uns am Straßenrand zum Stehen kommt. Erschrocken denke ich, dass wir etwas falsch gemacht haben, weil wir hier ungesichert am Straßenrand stehen. Ein Mann steigt aus, schnappt sich aus dem Kofferraum eine Kamera und kommt auf uns zu. Er bedankt sich mehrmals, denn ohne uns hätte er den Koala nicht entdeckt und ihm wäre ein gutes Fotos entgangen. Zum Abschied wünscht er uns noch ein gutes Überqueren der Straße...da hier aber nur etwa alle zwei Minuten ein Fahrzeug vorbei fährt, sollte dies durchaus machbar sein, auch wenn wir immer noch Probleme haben als Fußgänger zu erst nach rechts und dann nach links zu sehen.

Danach ist ein bisschen Olsenbande angesagt: "Wir haben einen Plan, wir brauchen: eine Grillzange!" Im Baumarkt besorgen wir uns selbige fürs Cachen, denn für immer mehr Caches mussten wir in den vergangenen Tagen in irgendwelche Löcher greifen und das ist spinnentechnisch leider immer problematischer geworden, sodass wir zu diesen Hilfsmittel greifen müssen.

Auf den weiterem Weg zum Hotel passieren wir den Hastings River Drive, abgekürzt auf dem Navi als Hastings River Dr angezeigt, was sogleich wohl selbiges in deutscher Sprache völlig außer Tritt bringt und fortan meint wir sollen auf dem Hastings River Doktor weiter fahren.

Wir erreichen unser Hotel, der Hotelangestellte an der Rezeption ist nicht der Schnellste, aber irgendwann haben wir auch unseren Zimmerschlüssel erhalten und können endlich aufs Zimmer. Das Hotelzimmer ist ansprechend, wenn wir auch eine Kakerlakenmitbewohnerin haben, aber gegen die kann man nichts machen...außer drauf rumtrampeln. ;-)
Das Abendbrot im Hotel ist gut, danach ist allerdings nur noch Balkonien und als bald Bett angesagt.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Australien 2013/2014 - Tag 8 - Sydney (01.01.2014)

Unsere Laubgangfeier ging etwas länger, also klingelt heute zur Abwechslung mal kein Wecker. Mein eingeklemmter Nerv im Fuß nervt einfach nur noch, kurz nach dem Aufstehen dachte ich noch, es sei endlich überstanden, um dann nach dem Duschen feststellen zu müssen, es ist noch schlimmer als gestern. Dennoch steht auf dem heutigen Plan eine Tour durch Sydney, aber wir wollen alles ruhig angehen, so dass wir uns erst gegen die Mittagszeit mittels Bus in die Stadt begeben. Erstes Vorhaben ist es feste Nahrung aufzunehmen. Wir nehmen Platz in der Steak-Bier-Bar (wie auch immer man die Lokalität nennen kann), bestellen ist hier an der Bar angesagt, und da ich noch so gar nicht auf der Höhe war, ist mir fast das Malheur passiert ein Steak in rare statt well done zu bestellen. Kaum hatte ich es ausgesprochen, ist mir mein Fehler auch gleich aufgefallen, und schwenke verlegen um. Das Personal ist davon sichtlich amüsiert, ich bin wohl nicht die erste, die sich da "mal" irrt. Zum Essen gibt es nur zu sagen: Vorzüglich! Naja zumindest für mich, die Frau Mama und ihr Magen können sich noch nicht so ganz einigen, ob sie das Steak wirklich wollen.

Kormoran
Danach begeben wir uns Hafen, die Spuren von gestern sind mittlerweile fast vollständig beseitigt. Wir entscheiden uns für eine Hafenrundfahrt für A$ 25, eigentlich ein guter Preis für knappe zwei Stunden Hafenrundfahrt. Wir müssen allerdings etwas warten, bis es los geht, Zeit genug den Hafen und seine tierischen Bewohner etwas näher zu betrachten.

Als es endlich losgeht, hat sich schon eine riesige Schlange gebildet, wir fürchten schon keinen Platz auf dem obersten Deck zu bekommen, aber eigenartiger Weise wollen alle ins Innere des Schiffs, bitte gern - mehr Platz für uns auf dem Oberdeck. Wir ergattern uns erstmal einen Sitzplatz, neben uns will eine Frau Platz nehmen, die auf Englisch fragt, ob denn der Platz frei sei und meine Mutter antwortet auf Deutsch, sie schaut etwas verwirrt, antwortet dann aber nach einigen Sekunden überlegen auch auf Deutsch. Naja, Schwein gehabt, letztlich stellte sich heraus, dass sie vor vielen Jahren von Deutschland nach Australien ausgewandert ist.

Die Hafenrundfahrt bietet mehrfach schöne Sichten auf die Oper - auch wenn es nach mehrmaligen Betrachten kein wirklich schönes Gebäude ist - nein, auch nicht, wenn man auf der Kamera verschiedene Filter einstellt, aber es ist eben Sydneys Wahrzeichen.
Unser Standpunkt zu Silvester war
beim sichtbaren Brückenpfeiler.
Als wir die Harbour Bridge passieren, entdecken wir auch die Stelle, an der wir in der Nacht ins neue Jahr hineingefeiert haben.

Das aller positivste an der Bootsfahrt ist allerdings, dass sich endlich mein eingeklemmter Nerv im Fuß löst. Juuuchuuuu. Endlich wieder ohne Schmerzen laufen, ist echt ein wahnsinnig tolles Gefühl, obwohl man ja eigentlich gar kein Gefühl (Schmerz) mehr empfindet, sondern alles wieder so wie immer ist...dennoch befreiend.

Es folgt eine Tour zu Fuß weiter durch die Stadt, Abendbrot haben wir uns auch schon organisiert. Wraps mit Schnitzel! Yeah. Und dabei gleich noch gelernt, dass Schnitzel im Englischen wohl auch Schnitzel heißt. Nach einigen missglückten Cacheanläufen, gönnen wir uns erstmal ein Bierchen und es kommt zu einem ungewollt komischen Moment, gerade als ich das Lokal betreten will, kommt ein Mann mit zwei Kaffee in der Hand heraus und sagt zu seiner Freundin auf Deutsch "Ich wollte eigentlich Kaffee haben, das hat mit Kaffee leider nichts zu tun." Ich muss lachen. Ja, genau zu dieser Erkenntnis kam ich auch schon Tage zu vor.

Postkarten wollen wir auch noch kaufen, am präferierten Laden machen sich zwei Damen an allen Postkartenständern zeitgleich breit. Sie reden nicht, machen sich nur breit. Wir witzeln schon: "So, wie die sich benehmen können das nur Deutsche sein." Dann machen sie den Mund auf und sprechen tatsächlich Deutsch. Ich hau mich weg.

Als wir wieder am Motel sind, gibt's erstmal Abendbrot und Postkarten schreiben steht auf dem Programm. Danach steht noch mal ne Cachetour an, irgendeiner muss doch findbar sein. Erster Anlauf am Busbahnhof, den haben wir gestern schon machen wollen, aber es waren zu viele Leute unterwegs. Der erneute Anlauf ist aber ebenso aussichtslos. Also gehts weiter zu einem Park, auch hier im Licht der Dämmerung müssen wir erfolglos abziehen. Nächster Anlauf an einer starkbefahrenen mehrspurigen Straße, na das kann ja nur schief gehen. Der Cachebehälter selbst findet sich recht schnell in einem Brückengeländer. Allerdings hat eine Spinne den Cache okkupiert. Was nun? Irgendwie muss das Vieh weg, sonst greift da definitiv keiner von uns rein. Wir versuchen es erstmal mit dem Licht der Taschenlampe, weniger erfolgreich. Die nächste Überlegung: Geräuschkulisse verursachen....hm, können Spinnen eigentlich hören? Egal wie, es funktioniert, das Vieh ist weg. Zur Sicherheit ziehe ich aber Handschuhe an, falls es doch noch da und eventuell beißwütig ist; ob meine Handschuhe wirklich helfen wag ich zu bezweifeln, für die Beruhigung der Psyche ist es aber ausreichend. Das Spinnenvieh scheint sich aber verdrückt zu haben, so dass wir in Ruhe loggen können. Erfolgreicher Tagesabschluss.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Australien 2013/2014 - Tag 7 - Canberra nach Sydney (31.12.2013)

New Years Eve. Der Tag beginnt halb entspannt, wir haben einen straffen Zeitplan und müssen spätestens 14 Uhr in Sydney sein, denn dann wird die Harbour Bridge für den Verkehr gesperrt, so dass wir die Ausweichroute durch den mautpflichtigen Tunnel nehmen müssen. Nach der Quälerei mit der Maut in Melbourne umgehe ich dies gern.

Die heutige Route:

Nach kurzen Verwirrungen im Hotel, ob nun das Zimmer schon bezahlt ist oder nicht; die Dame wollte es aber auch nicht begreifen...aber zum Glück arbeiten ja mehrere an der Rezeption, gehts's mit dem Auto los; allerdings nicht ohne vorher noch einen Cache in Canberra gehoben zu haben. Ein persönlicher Ehrgeiz von mir, denn für jeden Bundesstaat gibt es ein sogenanntes Souvenir (digitaler Spielkram der Geocaching-Seite, aber wenn man schon mal hier ist, wäre es ja vertan, dieses Souvenir nicht einzusacken). Canberra ist Teil des Australian Capital Territory und das lässt keine großen Spielräume für Caches zu. Wir halten wenige Kilometer vom Hotel entfernt am Cache "Gaps - Lonsdale St. Braddon"; ein einfacher Cache mit klarem Hinweis an einer stark frequentierten Stelle, aber ein beherztes Zugreifen und die Sache war gegessen und ich hatte mein Souvenir.

Auf dem Weg nach Sydney halten wir noch für vier weitere Caches an, soviel Zeit muss dann doch noch sein.

In Sydney angekommen erwartet uns das Verkehrschaos schlechthin, es ist ungewohnt, nachdem wir tagelang durch den Dschungel fuhren und uns nur ab und an, teilweise nach Stunden ein Auto begegnete, direkt in den Großstadtdschungel hineinzufahren. Ungeachtet dessen, dass es schon nach 14 Uhr war, hätte uns die Straßenführung eh nicht über die Harbour Bridge geführt. Dies war aus dem Reiseführer nicht ersichtlich. So dass wir so oder so den mautpflichtigen Tunnel nehmen müssen. Allerdings entdecke ich schon weit vor der Einfahrt in den Tunnel ein Schild, dass das Mautverfahren kurz erklärt: Wenn man eine mautpflichtige Strecke fährt, hat man drei Tage Zeit dies online mittels Kreditkartendaten anzumelden. Supi, na dann können wir auch ohne Bedenken derartige Straßen fahren. Nachdem wir uns eine gute Stunde durch Sydney durchgeschlagen haben, kommen wir endlich in unserem Motel an. Dies liegt gute 20 Minuten außerhalb des Zentrums, aber da wir relativ spät gebucht haben, war ein bezahlbares Hotel in der Innenstadt aussichtslos. Es ist nicht die beste Unterkunft, aber zum Schlafen reicht es alle mal. So gar ein Vorteil ist es, dass die nächste Busstation gerade einmal 300m entfernt ist und eine Direktverbindung ohne weiteren Zwischenhalt in die Innenstadt bietet. 
Etwa 16 Uhr haben wir unsere Sachen im Hotel verstaut und wollen uns entspannt erstmal die Gegend ums Motel ansehen, bevor wir uns in Silvestergetümmel stürzen. Dabei erledigen wir auch den Cache "StringyBark", der zum Zeitpunkt unserer Ankunft deaktiviert ist - wissen wir nicht, weil die Daten vorm Urlaub geladen wurden und der Cache zu diesem Zeitpunkt aktiv war. Die Dose war schnell findbar, das Log darin war jungfräulich, dennoch ist der Cache weiterhin deaktiviert, keine Ahnung warum, aber immerhin wurde der Log akzeptiert.
Aber ich merke während der Fußrunde schon, dass der Nerv im Fuß immer noch eingeklemmt ist und mir wohl den weiteren Abend nicht versüßen wird.


Gegen 18 Uhr begeben wir uns zum Bus, der zu Silvester gerade einmal einen Obolus hin und zurück kostet und uns direkt in die Innenstadt bringt. Wichtig ist aber erstmal etwas zu essen, bevor wir uns zur Silvestersause aufmachen. Ein schickes Restaurant bietet uns Fisch und es war verdammt lecker. Danach machen wir uns auf zur Harbour Bridge.


Die Straßen der Innenstadt werden beherrscht von Fußgängern, als wir am Hafen ankommen, wird schnell klar, dass ab hier die Areas anfangen, in die Sydney an diesem Abend unterteilt ist. In jede Area dürfen nur eine bestimmte Anzahl Leute hinein, in einigen ist Alkohol erlaubt, in den meisten nicht. Das hatte ich schon im Vorfeld gelesen. Da aber ein Silvester ganz ohne Alkohol auch keinen Spaß macht, begeben wir uns zu einem Infostand, um herauszufinden, wo wir Alkohol konsumieren dürfen und im besten Fall noch ausgeschenkt bekommen. Wir werden ein Stück weg vom Hafen geschickt, folgen dem Weg und müssen erstens feststellen, dass das ganz schön weit weg vom Schuss und zweitens auch leider schon voll ist. Also Weg zurück. Wieder am Hafen gehen wir als erstes in den Bottle shop, um uns mit einem Sixpack Bier zu versorgen. Ich habe in weiser Voraussicht meinen Rucksack mitgenommen. 

Wir gehen direkt in die nächste Area hinein, kurz nach dem wir drin sind, werden hinter uns auch schon die Tore geschlossen. Puhhh, aber immerhin sind wir drin. Nur um dann festzustellen, was auch laut mehrmals per Durchsage kommt: Glasflaschen und Alkohol sind in dieser Area nicht erlaubt. Möööööp. Soviel zum Thema: Sixpack.


Naja, vlei kommen wir ja in einer dunklen Ecke doch zu unserem Silvesterbierchen. Die Brücke ist immerhin schon mal in Sicht. Die Kneipen auf dem Weg dorthin wurden mit Bauzäunen abgeschottet, damit die alkoholkonsumierenden Besucher auch ja nicht auf die Straße losgelassen werden können. Find ich albern. Wir gehen weiter, es folgen massig Besucher, die mit ihren Stühlen wahrscheinlich schon seit Vormittag sitzen, um einen perfekten Blick auf die Harbour Bridge zu haben. 

Auf der Seite (Richtung Opernhaus), auf der das Feuerwerk abgeschossen wird, finden wir keinen Platz mehr, also gehen wir weiter, auf der anderen Seite der Brücke haben wir das Feuerwerk zwar nicht direkt, aber wir sind immer noch mittendrin im Geschehen.
Nachdem langem Fußmarsch kommen wir tatsächlich direkt an der Harbour Bridge heraus. Es ist aber gerade erst mal kurz nach 21 Uhr, bis zum Höhepunkt dauert es also noch drei Stunden. Zeit ein Bierchen zu trinken...das dürfen wir ja öffentlich nicht, also suchen wir uns eine dunkle Ecke aus, die wir als die perfekte Schulhofecke ausmachen, gerade als wir uns auf den Weg machen, gingen ein paar Polizisten zu der Stelle und nahmen den dort bereits Sitzenden den Alkohol weg. So war es also um unsere schöne Bierchenecke geschehen, eine Alternative muss her. Silvester ganz ohne Alkohol ist wirklich auch mehr als albern. Wir entdecken einige Meter eine Bootsanlegestelle, die schön in Dunklen gelegen ist. Von da aus ist die Straße perfekt einsehbar, von der Straße kann man uns aber an dieser Stelle nicht sehen. Perfekt für unser Bierchen.
In den folgenden drei Stunden werden mehrere Vor-Feuerwerke abgefeuert, wahrscheinlich nur, um die Leute bis Mitternacht bei Laune zuhalten.

Als es endlich Mitternacht wird, zählt die Masse auf der Seite des Opernhauses den Countdown herunter, dies ist bis zu unserer Position gut zu hören. Pünktlich 0 Uhr beginnt das Feuerwerk, es wird für knappe 15 Minuten prunkvoll inszeniert. Hunderte Smartfons filmen und fotografieren es, nachdem die letzte Rakete abgeschossen wurde, wünscht sich keiner ein frohes neues Jahr, sondern alle strömen wie auf Kommando zu den Busstationen.
So ergeben wir uns auch der Masse und folgen allen zu den Busstationen, an einem Nicht-Silvestertag hätten wir für den Weg wohl maximal eine halbe Stunde benötigt, aber es ist kein normaler Tag, so dass wir weit über eine Stunde zum Bus benötigen. Nach einer weiteren Verwirrung welchen Bus wir nun eigentlich nehmen müssen, kamen wir auch irgendwann in unserem Motel an.
Für uns beide stand aber fest: Silvester ohne Alkohol ist irgendwie sinnlos und deswegen eröffneten wir vor unserem Motelzimmer auf dem Laubengang unsere private Bierbar. Mit meinem Invalidenfuß habe ich das Privileg den Stuhl zu ergattern, meine Mutter nimmt sich den Papierkorb als Sitzgelegenheit. Wir haben unseren Spaß, insbesondere, weil alle anderen Gäste des Motels uns erstmal mit argwöhnischen Blicken beäugen und dann doch lieber den anderen Treppenaufgang benutzen, aber so böse schauen wir doch gar nicht drein!? Was die wohl für Ängste haben?

Alles in Allem: Das etwas andere Silvester, ohne Dinner for One und (fast) ohne Bierchen und anschließenden Sit-in auf'm Laubengang...lebe lieber ungewöhnlich.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Australien 2013/2014 - Tag 6 - Jindabyne nach Canberra (30.12.2013)

Am heutigen Tag geht's in die australische Hauptstadt. Meine Erkältung samt Stimmverlust reduziert sich noch auf einen Frosch im Hals (ich hätte wohl den Salat gründlich waschen sollen ;-)). Heute stehen knappe 200km an, das ist sehr human gegenüber der letzten Touren.

Die heutige Route:


Der Weg führt uns weiter durchs Gebirge, und wir machen natürlich auch wieder für ein paar Caches Halt. Ich möchte nicht alle erwähnen, sondern nur ein paar besondere. So "Heidi Ho"; der Weg zum Cache führt einen steilen Berg nach oben, von dort hat man eine weite Aussicht über die gesamte Region. Anfangs sind wir allein und können ungestört suchen. Auf der Aussichtsplattform selbst findet sich nix, also versuchen wir unser Glück im Keller - unterhalb der Aussichtsplattform - ich bleibe oben, meine Mutter kriecht unten rum. Just in dem Moment, als ich gerade höre "Ich hab die Dose", kamen zwei Personen auf die Plattform gelaufen. Ich gebe einen kurzen Hinweis, dass wir nicht mehr allein sind und die beiden schauen mich mit großen Augen an, mit wem ich denn da spreche, noch dazu in einer fremden Sprache. Ich versuche sie weites gehend zu ignorieren, doch macht es die Situation nicht besser, als eine Hand von unten die Dose zum Loggen hochreicht. Der Blick wird noch verdutzter und abermals wird die Situation nicht besser, als ich mit Loggen fertig bin, die Dose herunter reiche und auf der anderen Seite plötzlich eine weitere Person aus dem Keller auftaucht. Ich hätte gern weiterhin Mäuschen gespielt, was die wohl danach gemacht bzw. gedacht haben. Situationskomik, aber ein Geocacher kennt i.d.R. solche Situationen zur Genüge.

Das übernächste Cache-Intermezzo sollte allerdings zum ungewollten Highlight werden. Unser Auto stellen wir am Feldweg ab und laufen die knappen 300m bis zum Cache selbst. Uns erwartet ein Bahnhof, wie aus einem Western, ein hoher Holzbahnsteig. Kaum angekommen, war schnell klar, wo der Cache sein muss und wir sehen ihn auch schon. Ich krieche unter den Bahnsteig, will die Dose greifen, als mich eine kleine orange Spinne anspringt. Mit einem lauten "Ähhhhhh!!!!!" und einer schnellen Handbewegung schiebe ich die Spinne von meinem Unterarm und bin sogleich nicht mehr unter, sondern vor dem Bahnsteig. Gut. Danke. Aus. Schluss. Den Cache will ich nicht machen. Danke. Tschüss. Rückzug. Ich habe kein Problem mit Spinnen, aber in Australien habe ich allerdings ein gewaltiges Problem mit ihnen, denn hier kann auch das kleinste Getier extrem giftig sein. Diese Gefahr will ich nur für einen Cache nicht eingehen.

Nach der Aktion ist das Thema Cachen vorerst auch erstmal beendet. Wir fahren ohne weiteren Halt nach Canberra. Unser Hotel ist toll, alte Einrichtung, modern verpackt; das trifft es wohl am Besten. Am Eingang ein alter Teppich, auf einem alten Parkettboden, dazu eine liebevoll restaurierte Rezeption, und doch ein hochwertiges und modernes Zimmer, das auch den Stil zwischen Alt und Neu wiederspiegelt. Auf dem Weg zum Zimmer müssen wir allerdings drei Angestellte fragen, wo denn eigentlich unser Zimmer ist. Im verschachtelten Gangsystem des Hotels hat man schon eher den Eindruck gleich Minotaurus zu begegnen, als das Zimmer zu finden.

Vom Capital Hill bis zum Ende der Straße sind
es knappe 5km. Unser Hotel liegt weiter links -
etwa bei dem hohen Gebäude oberhalb der
Baumkronen, links neben der Straße. Des
Weiteren sei erwähnt, dass die Straße links und
rechts mit Kriegsdenkmälern gesäumt ist,
dies haben wir so in Australien nicht erwartet.
Da unsere Route heute recht kurz ist und wir so bereits kurz nach 14 Uhr in Canberra eintreffen, können wir die Stadt zumindest noch im Ansatz erleben. Man muss klar sagen: Canberra ist eine Planstadt, und in dem besonderen Fall auch noch Planhauptstadt, weil sich Melbourne und Sydney nicht darauf einigen konnten, welche Stadt die Hauptstadt werden soll. Canberra ist sternförmig und recht großflächig angelegt. Im Reiseführer von Reiseveranstalter heißt es hier bspw., dass von unserem Hotel, der Capital Hill bequem zu Fuß erreichbar ist, tatsächlich sind es aber vom Hotel zum Capital Hill mit dem Auto über 7km, und das bei Temperaturen jenseits der 40°C. Da ist schon das Laufen im Schatten eine Anstrengung. Wir fahren also so weit es geht an den Hügel heran und laufen den Rest. Wie gesagt, es ist extrem warm, die wenigen Meter den Hügel herauf sind daher schon eine Anstrengung, noch dazu nimmt mein Invalidendasein kein Ende, nach der Erkältung, samt Stimmverlust, habe ich nun einen eingeklemmten Nerv im Fuß. Im Urlaub kann man auf alles gern verzichten, aber mich erwischt es hier gleich dreifach. Und ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, was schlimmer ist, nicht kommunizieren zu können, oder beim Laufen extreme Schmerzen zu haben, die gerade längere Wege zu Fuß unmöglich machen. Die Schmerzen werden fortan bestens versucht zu unterdrücken.

Capital Hill, Standort des australischen Parlamentsgebäudes, und wir haben wider Erwarten relativ freien Zugang ins Parlamentsgebäude. Wenn ich da zurückblicke an den Bundestag in Berlin, war dies nicht ohne Voranmeldung, inklusive Personalausweisnummern, mehrerer Sicherheitskontrollen, inklusive Rucksack- und Personenuntersuchung möglich. Hier gar kein Thema, einfach hingehen, ein kurzer Hinweis, was alles nicht ins Gebäude darf (z.B. hohe Stöckelschuhe oder andere spitze Gegenstände und leider auch mein Taschenmesser). Da ich nicht damit gerechnet habe, dass wir einfach so ins Parlamentsgebäude kommen, habe ich es entsprechend auch nicht vorsorglich im Auto gelassen, also fix im Rucksack verstaut, nur um Unannehmlichkeiten zu umgehen. In der Taschenkontrolle wurde es natürlich doch gefunden, muss es abgeben und bekomme ein Zettel dafür.
Im Gebäude gibt's den ersten Weihnachtsbaum in Australien überhaupt zu sehen. Ansonsten dürfen wir uns im Gebäude frei bewegen und können uns alles ansehen, was wir sehen wollen. Im Vergleich zum Bundestag: da war nur eine geführte Führung mit Aufpasser möglich, sprich man konnte sich nicht mal eben von der Gruppe lösen und verschwinden, ohne dass es bemerkt wurde. Hier ist das gar kein Problem, Bewegungsfreiheit für alle, die Sicherheitsschranken am Flughafen sind wohl paranoid genug, um nicht auch noch innerhalb des Landes extreme Sicherheitsvorkehrungen treffen zu müssen. Find ich gut.

Am Ende will ich natürlich mein Taschenmesser wieder haben. Zettel abgegeben und statt mein Messer zu bekommen, erst mal "What is it?" - Ja genau, dafür haben sie ne Nummer drauf geschrieben, das läuft ja prima. Nächster Gedanke, dessen Antwort doch nicht ganz in meinem Mund ankam: "Was heißt eigentlich 'Schweizer Armeemesser' auf Englisch?" - Zugegeben, ich war nicht drauf vorbereitet, sonst wäre mir "Swiss Army Knife" schneller über die Lippen gekommen, aber eigentlich regt mich das Vorgehen zu sehr auf.

Danach folgt eine Autotour durch Canberra, eigentlich wollen wir doch noch einen Cache machen, um auch das Australian Capital Territory zu erschließen, leider belaufen sich alle Anläufe in "Oh verdammt, hier sind zu viele Leute." oder "Unauffällig ist der Ort nicht gerade." Damit war das Thema Cachen für heute endgültig durch.

Dann gehen wir eben noch gemütlich was essen und genießen den Abend auf Balkonien.

Montag, 30. Dezember 2013

Australien 2013/2014 - Tag 5 - Jindabyne (29.12.2013)


Frühstück haben wir in unserer Luxushütte leider nicht, dafür einen tollen Blick auf den See, und wie hätte es auch anders sein sollen, Baden darf man selbstverständlich nicht darin. :-(

Da die Vorschläge seitens Reiseveranstalter für den heutigen Tag Wanderungen und Fahrten durch den Kosciuszko Nationalpark vorsehen und wir diesen - Dank der "tollen" Navigation - gestern schon vollständig abgefahren haben, haben wir einen freien Tag. Auf eine Wanderung bei 40°C im Schatten verzichten wir aber ohnehin gern und ein freier Tag ohne viele Kilometer schruppen schadet auch nicht, denn uns stehen weitere anstrengende Tage bevor.

Den Vormittag verbringen wir größtenteils mit Wäsche waschen, denn unsere Luxushütte bietet Waschmaschine und Trocker. Danach fahren wir in den Ort Jindabyne selbst; das Ressort in dem wir untergebracht sind, liegt am Lake Crackenback, einige Kilometer außerhalb. Dort stoppen wir an einer Shopping mall, als erstes fällt der Adventure-Laden auf, der neben Angel- und Jagdbedarf vor allem Skier und Snowboards anbietet, irritierend bei 40°C im Schatten, aber wir sind hier immerhin in den Snowy Mountains und daher doch weniger verwunderlich. Wir stocken unsere Vorräte im Supermarkt auf. Frische Lebensmittel gibt es ausschließlich australische. Wir entdecken auch deutsche Produkte, die mit "Highest Quality - Made in Germany" beworben werden, außerhalb Deutschlands scheint das Gütesiegel "Made in Germany" wohl noch einen Wert zu besitzen, obwohl diese dennoch teilweise in China gefertigt werden. Egal. Bei der Überlegung übers Abendbrot ist die Wahl recht schnell auf BBQ gefallen. Auf dem Ressortgelände stehen mehrere BBQ-Grills zur freien Verfügung. Fleisch gibt es fertig gewürzt, dazu wählen wir Coleslaw-Salat.

Eigentlich wollen wir auch gern frühstücken/mittagen [mittagen: Wortkreation meiner Tschechischlehrerin, die mit "Frühstücken", aber "Mittag" bzw. "Abendbrot essen" durcheinander kam; ich einfach toll finde und daher in meinen Wortschatz aufnahm]. Die Wahl fällt auf ein Restaurant, das bei näherem Hinblick auch nur ein Imbiss mit Bestuhlung ist. Auch hier wieder das Problem: Kommt nun einer, der die Bestellung aufnimmt? Müssen wir selbst an die Theke? Bei Bestellung bezahlen oder erst danach? Anstehen und gleich bezahlen, Nummer mitnehmen und auf den Tisch stellen, warten, essen. Eigentlich ganz einfach, aber leider ist das überall anders und es steht leider auch nicht am Eingang, wie es nun gehandhabt wird. Verwirrend. Klar, in Deutschland gibt es auch unterschiedliche Vorgehen, aber man sieht der Lokalität meistens an, wie man bedient oder eben nicht bedient wird. Hier ist es so, dass bspw. zwei baugleiche Lokalitäten, mit gleicher Theke und gleicher Bestuhlung, zwei unterschiedliche Bedienkonzepte haben können, bei dem Einem: hinsetzen und auf die Bedienung warten, bei dem Anderen muss der Gast aktiv zum Wirt gehen. Ich muss dazu sagen, dass es hier durchaus auch einige Lokalitäten gibt, bei denen man sofort weiß, wie bedient wird, bei vielen herrscht allerdings ein großes Fragezeichen. Letztlich egal, lecker war es.

Nachdem wir die Vorräte im Kühlschrank verstaut haben, folgen wir unserem heutigen Plan: Cachen gehen.


Erster Halt "Curiosity Rocks", im Prinzip kein schlechter Cacheort, im Wasser stapeln sich einige Steine kurios übereinander, damit ist der Name schon mal geklärt. Die Steine sind von der Straße aus gut sichtbar. Allerdings ist auch hier die Wahl des Ablageorts mehr als fragwürdig, denn von der Straße aus, müssen wir mehrere hundert Meter bergab durchs hohe Gras. Und wir in kurzen Hosen und Halbschuhen unterwegs, suboptimal, die Angst vor Schlangen und Co. ist stetig dabei, aber irgendwie geht doch alles gut.

Danach geht es zu "G@G", noch so'n eigenartiges Ding. Eine buckelige Dreckpiste führt zu einer Farm und einem kleinem See. An dem See tümmeln sich mehrere Angler in der prallen Sonne. Wir überlegen noch, ob wir wirklich anfangen wollen zu suchen, da hier doch einige Muggel anwesend sind. Letztlich isses uns aber doch egal und wir beginnen zu suchen. Und wo müssen wir hin? Klar, den Berg rauf und natürlich wieder durchs hohe Gras stampfen. Fetzt nicht. Zum Glück werden wir schnell fündig.

Muggel!
Es folgen weitere Caches, an denen ich immer meine Kamera mitnahm, wir letztlich durch hohes Gras stampfen mussten und nie ist etwas fotografierwürdiges passiert. Also lasse ich beim Anlauf auf "Top Tip" die Kamera vorsorglich im Auto. Wir parken vor einem Weidezaun, zum Cache sind es etwa 200m zu Fuß und wie sollte es anders sein, hier gibt es freilebende Kängurus! Args und ich hab die Kamera im Auto gelassen! Also schnell zurück, Kamera holen, wir versuchen uns möglichst nahe an die Kängurus ranzuwagen, besonders toll, wenn eine von uns (nicht ich ;-) ) ein rotes Shirt trägt und so die Kängurus noch schneller abhauen. Egal, Cache gefunden und wildlebende Kängurus auf einem Bild festgehalten, das ist erfreuend genug.

Danach begeben wir uns zum "Jindabyne 'International' Airport", einem kleinen Flughafen mitten in der Pampa. Vor uns fährt ein Opi den möglichen Parkplatz millimeterweise ab, wir wollen nur das Auto abstellen, über Minuten keine Chance, den der Opi "rollt" und "rollt". Stunden später isser endlich einen Meter vorgefahren und wir können das Auto abstellen und unserem eigentlichen Ziel nachgehen. Und wer hätte es gedacht, wir müssen den Hügel hoch und durch hohes Gras stampfen. Die Australier sind echt irre, was die Cache-Ablagestellen angeht. So ganz scheinen sie das Prinzip noch nicht begriffen haben. Ein Glück, dass wir erst nachträglich in den Logs lesen, dass dort auch Schlangen gesichtet wurden.

Einer noch, dann ist Cache-Feierabend für heute. Danach freuen wir uns auf unser BBQ, der angestrebte Grill ist frei und wir können ohne großen Aufwand loslegen. Zwei BBQer haben uns gar noch ein paar übrig gebliebene Brötchen überlassen, sehr nett und insgesamt sehr lecker.
Faszinierend ist übrigens, dass es überall auf unserer Strecke Orte gibt, an denen festinstallierte BBQ-Grills vorhanden sind, die jeder frei nutzen kann, noch dazu, wenn sie genutzt wurden, auch wieder sauber gemacht werden. In Deutschland ein Ding der Unmöglichkeit. Ein Hoch auf das australische Benehmen, das wünsch ich mir doch direkt auch zu Hause in Deutschland.