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Samstag, 25. Juni 2016

USA - Tag 13 - San Francisco (1)

Heute nun also auf nach San Francisco, aber wie immer erstmal zum Frühstück, das ist heute nicht inklusive, also müssen wir in den sauren Apfel beißen und die Buffetbenutzung für $18 p.P. erwerben. Aber die haben hier richtige Wurst! In Scheiben! Geilomat! Endlich mal ein vernünftig belegtes Brot am Morgen und dazu eine Menge Frischobst. Toll.

Die heutige Route:

Nach San Francisco geht's so gut wie durch, kurz vor der Brücke, als wir grade so den Robin Williams Tunnel (schön zu sehen, dass ein Tunnel nach ihm benannt wurde) passieren, sehe ich, dass für die Golden Gate Bridge eine Maut fällig wird. Ach du je wie bezahlen wir die denn? Erstmal auf den Parklatz raus und online nachlesen. Aha, entweder mit dem Mietwagenanbieter absprechen oder Einmalzahlung oder mit Anlegen eines Kontos. Einmalzahlung klappt nicht, Konto anlegen will ich nicht und mit den Mietwagenheinis hab ich auch nichts entsprechendes vereinbart, konnte ja keiner ahnen. 
Suchbild
Ok, dann laufen wir mal zur anderen Seite und genießen die herrlich nebelte Aussicht auf die Golden Gate Bridge. Da kann man auch keine Maut zahlen, die übrigens nur in südliche Richtung zu entrichten ist. Ok, dann doch erstmal Vertrag studieren. Da steht was von Maut wird automatisch mit der Kreditkarte verrechnet, dafür sind Gebühren fällig und wurde automatisch bei Mietwagenannahme aktiviert. Nagut, dann sollte das ja klappen und wir können auf gut Glück einfach durchfahren.

Zunächst aber linker Hand den Berg rauf und evtl. doch noch den tollen Blick auf die Brücke erhaschen zu können. Oben angekommen überrascht uns erstmal ein Fort, das hatten wir hier oben gar nicht erwartet. Als wir auf der Spitze ankommen ist es bald 11, die Sicht wird auch immer besser, nicht mehr lang und wir können die Brücke in voller Pracht genießen...vielleicht. 
Golden Gate Bridge
Erstmal noch zwei Caches und gegen Mittag ist es endlich so weit, die Brücke zeigt sich mal ganz. Ich hätte nie damit gerechnet, dass in der Bucht so tief die Wolken durchziehen. Es hatte schon was interessantes abzuwarten, wie die Brücke immer mehr und mehr sichtbar wird.
Fort
Weiter geht's Richtung weiterer Forts in diesem Küstenstreifen, nur zu erreichen über eine enge, steile Bergstraße (davon hatte ich doch gestern schon die Nase voll!).

Zurück auf dem Highway 101 geht's nun endlich über die Brücke. Ist aber doch recht unspektakulär, ist halt nur ne Brücke, die rot angemalt wurde. Schön sieht sie dennoch aus.

Auf der anderen Seite der Bucht erstmal die andere Seite der Brücke bewundern. Mensch wie lang man sich mit einer Brücke beschäftigen kann. Aber es geht noch einen Zacken schärfer, genau so lang kann man sich mit einer einzelnen Straße beschäftigen: der Lombard Street.
Lombard Street bergauf

Erstmal rauf fahren, das ist schon ein Highlight, wir liegen fast im Auto. Die Bremsen haben extrem zu tun am Berg zu halten. Alter Schwede! Ich wusste, dass das steil ist, aber nicht, dass es so extrem ist.


Das Auto lässt sich nur mit zurückrollen und Vollgas vorwärts bewegen. Um so unglaublicher, dass hier oben Menschen leben. Die Lombard Street ist die wohl berühmteste Serpentine der Welt:


Erst laufen wir sie zu Fuß unter und selbstverständlich, möchte ich auch noch mal selbst hinab fahren, das ist von unseren Parklatz gut möglich, einmal um den Block fahren und muss mich nicht in der riesigen Schlange anstellen, sondern kann bequem als Rechtsabbieger auf der Hauptstraße reinfahren. Und netterweise winkt mich die Polizei auch direkt durch. Läuft. 


Nach dem wir am Hotel schon kurz nach 4 eingecheckt haben und das Auto teuer im Parkservice abgestellt haben, gehts dran die Umgebung zu erkunden. Das Hotel liegt im Finanzdistrikt, in direkter Nähe zur Market Street. 

Wir laufen bis zur Fähre und genießen noch die abendlichen Sonnenstunden am Wasser bei einem kleinem Eis.

Freitag, 24. Juni 2016

USA - Tag 12 - Ich hasse kurvige Straßen

Beim Frühstück begeistert mich das Hotel heute total, denn es gibt nicht nur Keramikgeschirr und richtiges Besteck (kein Plaste oder Alu), sondern es gibt auch richtiges Obst! Richtiges frisches Obst! In diesem Fall geschnittene Honigmelone und Ananas. Frisch und nicht in Öl getränkt oder aus der Konserve. Toll! Damit hau ich mich gleich den Bauch voll, endlich mal was gesundes.

Die heutige Tour:

Man kann die
Größe erahnen

Zunächst erfolgt ein unspektakuläres Intermezzo auf dem Freeway. Nach etlichen Meilen, erreichen wir die Alternativroute zum Freeway "Adventure of Gigants", da heißt es erst Stopp. Hier stehen gigantische Bäume von rund 100m Höhe. Wahnsinn! Auf den umgefällten Bäumen tummelt sich aller Hand Getier.

Die Alternativroute soll gute 53km lang sein, so lange möchte ich die recht dunkel, kurvige Straße allerdings nicht fahren, also geht's zwo Auffahrten weiter schon wieder auf den Freeway. In Leggett geht's Richtung Küste, erst noch mal tanken. Der Benzinpreis ist hier in der Pampa deutlich teurer als in der Nicht-Pampa und die Tanke ist ein Hit, sehr alte Tanke, der Besitzer zapft selbst, und die Tanke ist so urig, dass da gar ein Schlauch liegt, damit es beim Darüberfahren bingt. Damit hab ich natürlich kein bisschen gerechnet und hab erstmal überlegt, ob ich jetzt über den Schlauch fahre oder nicht. In des versuche ich noch zu errechnen, wie viel unsere Karre eigentlich frisst. Denn das ist tollerweise in 'Miles per Gallon' angegeben. Also 30 Meilen pro Gallone, sind 50km pro Gallone (30 Meilen / 6 *10 = 50km), sind 2 Gallonen auf 100km, 1 Gallone = 3,6l, also ein Verbrauch von 7,2l/100km. Geht, hätte ich mir deutlich schlimmer vorgestellt - Auf der anderen Seite darf man hier nur max. 120km/h.

Nun aber auf zum Highway CA-1, auf dem ich laut Schild 55mph fahren darf. Das ist nahezu unmöglich und ich bin froh, wenn ich überhaut mal 30mph fahren kann. Eine zweispurige, teils sehr sehr enge, extrem kurvige und bergige Waldstraße, mit einer Menge Gegenverkehr. Und das 30km lang. Alter Schwede, was für ein Arm- und Beintrainig und vor allem nervtötend, was war ich froh als wir da raus waren. Immerhin gibts nun einen tollen Blick auf die Küste, aber sie Straße wird nur bedingt besser. 
Bis wir endlich am Hotel angekommen geht die Straße so weiter. Irgendwann bin ich nur noch genervt und will ankommen und dann erstmal in den Pool hüpfen. 
Meatlof mit Kartoffelbrei und Gemüse
Immerhin gibts zum Abendbrot mal wieder was leckeres, nicht so fettiges.

Donnerstag, 23. Juni 2016

USA - Tag 11 - Elche, Dickerchen und redelustige Amerikaner

Die Nacht war wieder viel zu zeitig zu Ende und draußen kommt die Eiszeit näher *bibber*, grade mal 8°C. Dann erstmal zum Frühstück frieren, dort muss ich der Bedienung, die mich im Kasernenton fragt, ob wir zum Bus gehören oder wir ansonsten unser Frühstück bezahlen müssen, fast Eidesstattlich erklären, das es zum Zimmer inklusiv ist. Sehr berauschend ist es nicht, aber immerhin gibt es hier Keramikteller und Alubesteck.

Die heutige Route:
Küste bei schlecht Wetter

Los geht's seicht an der Küste bei Sturm, ein Foto muss hier reichen - im Auto ist ein wesentlich angenehmer als draußen. Weiter geht's, erstmal veranschlagt ist der westlichste Punkt der 48 Festland-Staaten. Dort steht ein Leuchtturm, einer der ältesten, original erhaltenen der USA. Sieht aber nicht sehr spektakulär aus, und die Sicht ist heute auch nicht sonderlich berauschend, so dass sich ein Aufstieg gegen Geld für uns eher nicht lohnt.
Mit Granny
Die Caches dort sind erst mal interessanter, wenn die auch irgendwo in die Pampa geklatscht sind. Damit steht aber der westlichste Cache nun definitiv für eine ganze Weile fest. Danach geht's noch zu einem Wohnhaus von 1889. Hier wurde ungefähr so lange nicht mehr gelüftet (das rieche ich mit meiner erkälteten Nase zufällig), ansonsten ist das mal ne nette Abwechselung zu sonstigen kloppigen Wohnhäusern, die man so in Europa aus dieser Zeit kennt. Und im Gegensatz zu allen anderen Häusern, die man hier so sieht, ist dessen Name "Hughes House" tatsächlich mal berechtig, denn die Wohnhäuser hier, sind sonst eher Knusperhäuschen.
Das Ei als Größenvgl. dazu
Im Supermarkt wollen wir ein Sandwich holen und entdecken dabei das Monster-Sandwich schlecht hin. Und das grad mal für $6,99. WTF! Das kann unmöglich die Materialkosten decken.
Kurz vor Ende der Tour fahren wir noch ins Elk-Valley, in dem es etliche freilebende Elche geben soll. Die Anfahrt ist abenteuerlich, 10 Kilometer über eine enge bergische Dreckstraße durch den Wald, mit hinreichend Gegenverkehr. Und dann kommt das Kassenhäuschen: "$8 Bitte" Dammit! Von $8 hatte ich zwar gelesen, dachte aber es sei Kasse des Vertrauens, wie so oft auf Parklätzen. Naja, wenn wir einmal so weit gefahren sind, wäre ja blöd wenn nicht.
Fern Canyon

Angekommen geht's erst mal in den Fern Canyon, der nur wenige Meter zu erlaufen ist, dann versuchen wir uns an zwei Caches und landen mitten im Urwald mit einer Menge Mücken und einer Menge Elch-Abdrücke, 50m vorm Strand ist Sense, denn hier ist nur noch Sumpf.


Also zurück, anderen Weg suchen und laden in Sand/Bach. Möp! Wie wir aber so vom Strand zurück zum Auto wollen gibts dort einen Hirsch zu entdecken, aber keinen Elch. Oder sind die Elche (Elk) hier Hirsche?

Am Hotel angekommen, bleibt kurz die Frage wo wir abendbroten wollen, nebenan ist ein China Buffet - All you can eat, ja warum nicht!? Das Essen ist durch-amerikanisiert und daher größtenteils frittiert. So stürze ich mich fast ausschließlich auf Gemüse und Salat, dann davon gibt's hier viel zu wenig im normalen Restaurant-/Imbissbetrieb. Und hier kann ich mal wieder schön Studien darüber führen, wie ich dicke Deutsche als ranke und schlanke Amerikanerin durchgehen kann.
Ein Exemplar auf
dem Parkplatz
Alter, sind die fett! Es ist teilweise schwer noch jemanden mit normaler Figur anzutreffen. Aber bei dem Essen, das es hier gibt, ehrlich gesagt auch kein Wunder.
Nachdem wir uns der Bauch so richtig vollgeschlagen haben und dazu zwei Corona-Bier getrunken haben, kommt die Rechnung $29,38....Whaaat? Die haben sich sicher vertan, und meinen Einzelpreis (immerhin haben wir gevöllt und zwei Bier sollen nur $2,58 kosten!?)...zur Sicherheit also der Hinweis, dass wir zusammen bezahlen - "jaja" meint sie und kassiert die knappen $30 ab. Der Preis ist eigentlich unmöglich, bei der Warenausgabe.

Danach rücken wir noch in der Hotelbar ein, die Damen wollen gegen 22 Uhr schließen, räumen aber gegen 20 Uhr schon alles wichtige weg. Sie haben ja sonst nix zu tun, aber Hauptsache zu zweit, bei sieben Gästen.

Irgendwann ruft die Gästin von zwei Tischen weiter "Wie gehts euch? Wer seid ihr?" - Ich muss näher ranrücken und werde fast zu getextet, aber immerhin, sie heißt Jodie, arbeitet für den Staat Kalifornien, im Bereich Security und kommt aus San Francisco und nahm anfänglich an, wir kämen auch aus Kalifornien, dass uns die Sprache nicht gleich verrät ist mal durch aus überraschend.
Sie fragt dann, was für eine Tour wir machen, ob wir nach San Francisco gehen und wenn dann dieses Wochenende und dass da Pride ist. weiß ich natürlich. Überrascht sie. Klar, würde es mich wohl auch, aber ich habe eine der größten Partys San Francisco selbst verständlich in den Reiseterminkalender aufgenommen, wäre ja blöd wenn nicht. Sie ist maßlos begeistert, dass wir "extra aus Deutschland anreisen, um daran teilzunehmen"....ja nein, es hat sich ja nur so ergeben, dass es grad passt, also nicht extra deswegen - "Ja, es ist so toll, dass ihr extra aus Deutschland hier her kommt, um die Küste langzufahren." Herrje.
Eigentlich wollte ich nur wissen, ob irgendwo eine Möglichkeit gibt indianisch zu Essen und schon beginnt der Redeschwall erneut: sie räumt Fehler der US-Bevölkerung ggü. Indianern ein, erzählt mir aber so gleich, dass man die indianischen Tribes (in Kalifornien gibts 109) unbedingt meiden sollte, sie stellen ein Sicherheitsrisiko dar....in wie weit, das unsicherer ggü. dem bewaffneten Ami sein soll, frage ich lieber nicht.
Und Indianisches Essen könnte man wohl nur in Casinos essen. Übrigens verbietet der Staat Kalifornien Glücksspiel und damit auch alle Casinos, aber hier gehört viel Land den Indianern und die dürfen darauf machen was sie wollen und damit auch Casinos darauf bauen. Das erklärt auch die hohe Anzahl Casinos, die man hier so sieht. Die Casinos sind damit die Haupteinnahmequelle für viele Indianer. Das ist tatsächlich mal interessant zu erfahren.

Mittwoch, 22. Juni 2016

USA - Tag 10 - Wind, Wind und Wind

Meine Erklätung hat sich über Nacht verschlimmert und ich möchte mich nur noch in die Ecke krachen und den ganzen Tag schlafen, kann ich aber nicht, heute stehen wieder knapp 200km an.

Aber zu erst mal Frühstück, das gibts heute wieder von tollen Papptellern mit Plastebesteck. Was ist das nur? Und dann gibts auch nur komisches Brötchen, mit Käse aus der Tube, Press-Ei und latschig Bacon und Jogurt mit genetisch veränderten Inhaltstoffen, tolle Wurst...ach nee, gibts ja keine.

Zu allem Überfluss entgeht der Dame (70+) am Nachbartisch nicht, dass wir Deutsche sind und beginnt so gleich ihre Fragestunde. So lange es noch im Rahmen bleibt, nach unserer Tour zu fragen und wie schön doch alles ist, und dass L.A. mit dem Auto eine schlechte Idee ist, ok, meinetwegen. Aber als sie dann noch anfängt, dass ihr Vater im Krieg gedient hat und bei Köln stationiert war, wird's mir schon ein zu unangenehm. Ich will frühstücken, und nicht mit Erkältung solche Gespräche führen müssen. Dann beenden wir das mal schnell und hauen ab.

Die heutige Route:


Da die Kilometer heute moderat ggü. der letzten Tage sind, wollen wir eigentlich gern viele Caches machen, daraus wird nur leider nichts, da das GPS heute eine Vollmacke hat und wild irgendwelche Menüpunkte auswählt. So können wir diesem Plan nicht folgen und müssen aufs Handy hoffen, wenn wir denn mal halten. Auch das klappt leider nicht allzu gut, denn oftmals ist kein Handynetz verfügbar. 


Unterwegs halten wir noch in Florence (ihre Maschine war nicht da ;-) ) und besuchen die Sea Lion Caves, hier kann man für teuer Geld etliche Seelöwen beobachten. Ganz schön große Brummer sind das! 
Da es mir gesundheitlich aber heute nicht so gut geht und die Sonne und der stetig starke Wind mir zusätzlich zusetzen, sind wir größtenteils durchgefahren und kmmen gegen 17 Uhr in Coos Bay an.
In dem Ort ist absolut nix los, verdammt. Also dann mal noch zu Fuß auf, um was zu Essen. Wir entdecken einen guten anderthalben Kilometer vom Hotel weg einen Seafood-Laden, der fangfrischen Fisch verkauft, toll! Leider wurde dieser in Panade gepresst und ins Öl gehauen. Schade, so frischen Fisch bekommt man selten. Aber immerhin kann ich bei Gästen mal wieder schön sehen, wie rank und schlank ich eigentlich bin. Krass wie fett die Amis teilweise sind. Naja braucht man bei derartigen Essen aber auch nicht wundern.
Anschließend wollen wir noch ein Bierchen trinken und landen im "Blue Heron Bistro", das selbst mit deutschem Essen wirbt. Wir erleben den totalen Kulturschock: an den Wänden Hirschgeweihe, dazu bayrische Blasmusik, bayrischer ländlicher Stil, Pilsner Urquell (ganz typisch deutsch) aus Hefegläsern und Gerichten, die vom Aussehen her nicht im Entferntesten mit deutschem Essen gemein haben. Und als absolute Krönung hängt das "St. Pauli Girl" im Dirndl von der Decke. Einfach nur lächerlich.
Dafür konnten wir ne Runde gepflegt ablachen, was auch dem Ami nicht entgangen sein dürfte, obwohl sie diesmal keine überschwänglichen "Are you guys from Germany?"-Aussagen machten, oder eben deswegen nicht.

Dienstag, 21. Juni 2016

USA - Tag 9 - Guck mal Meer!

Der Tag beginnt weniger schön mit einem Kater und leider auch einen Filmriss, die bösen Barfrauen aber auch! Viel schlimmer finde ich allerdings, dass neben meinem Bett das Nachttischschränkchen komplett aufgezogen ist, die Bibel am Schreibtisch liegt und der Fernseher zu diesen Platz gedreht ist. So betrunken kann ich gar nicht sein, dass ich ne Bibel aus dem Schrank hole, schon gar keine Englische....was bitte ist da passiert!?

Frühstück gibts heute nochmal im Hotel, diesmal allerdings liegen keine Pappteller aus, war wohl das feine Sonntagsgeschirr gestern.

Heute haben mal nicht so viel Wegstrecke vor uns, da können wir auch ruhig einen Umweg fahren.

Die heutige Route:

Erstmal auf Richtung Cannon Beach, dort findet sich der Haystack Rock, einen Felsen, der versetzt zur bergigen Küstenregion im Meer steht. Das Wetter ist heute allerdings nicht besonders, so dass sich ein Aufenthalt nicht wirklich lange lohnt. Dafür könnte ich mal ne Tankstelle gebrauchen, die hält der Ort nicht bereit, dafür müssen wir knapp 20 km gen Süden fahren, herrje.

Kaum springe ich an entsprechender Tanke aus dem auto, steht auch schon der Zapfer neben mir und fragt wie er helfen kann...ja, gar nicht am besten, aber ich darf nicht selbst tanken, das ist hier nicht erlaubt. So muss ich ihm es überlassen die Karte durchzuziehen und den Zapfer ins Auto zu stecken. Nix, was man hätte auch selbst machen können, aber gut. Die Tanke hab btw. keinen Laden, aber dafür drei Angestellte, die nur fürs Tanken zuständig sind.

Kurz danach gibts Burgen zum Mittag, der war aber einfach nur fettig und hat keinen besonders guten Geschmack, dafür liegt mir über Stunden schwer im Magen. Immerhin können wir danach noch Eisenbahn gucken gehen. Auf Grund der geringen Entfernung zum Burgerladen kann man das noch nicht mal als Verdauungsspaziergang zählen.



Etliche Meilen später empfiehlt uns der Reiseführer das Luftfahrtmuseum in einem ehemaligen Zeppelin-Hangar und zugleich größte Holzkonstruktion der Welt.
In dem Museum kann man neben Feuerwehren, u.a. zwei Düsenjets, Heli- und Gyrocopter (keine Ahnung was da der Unterschied ist), sowie Armee-Fahrzeuge und das hässlichste Flugzeug der Welt angucken.

Ebenfalls schön, dass sie auch ganzen Flugtrainer aufgestellt haben, die man als Besucher benutzen darf. So bekommt man einen besseren Eindruck von den Fluggeräten.

Das hässlichste Flugzeug der Welt
Allerdings stinkt es in der Halle extrem nach Öl und Kerosin. Die Karren wurden ohne abzulassen hingestellt und beides tropft schön aus den Maschinen raus. Das ist schon irgendwie eklig.
Ab fahren wir fast nur noch entlang der Küste, stetig bergauf und bergab. Hier scheint es schon mehrere Tsunami gegeben zu haben, jedenfalls wird stetig davor gewarnt. Der Küstenabschnitt ist aber wunderschön.
Vom Hotel sind wir heute auch sehr positiv überrascht, wir waren auf "Schuppen" eingestellt und bekommen ein ziemlich luxuriöses und modernes Zimmer.

Montag, 20. Juni 2016

USA - Tag 8 - Huch hier ist ja heute Pride

Der Barbesuch war gestern doch etwas umfassender, aber erstaunlicherweise startet der Tag ohne Kopf und Magen. Also ab zum Frühstück. Das gibt's mal wieder auf Pappteller und Plastebechern, es sei denn man nimmt eine Untertasse in Kauf, dann kann man auch von Keramik essen. Herrje. Das Rührei und das Brötchen waren furztrocken, dann gab's süßen Bagel, mit übersalzener Butter und zuckersüßer Marmelade und als Krönung Jogurt, in den ich selbst erstmal drei Päckchen Zucker klatschen musste, um diesen überhaupt essbar zu machen. Frühstück haben sie definitiv nicht erfunden.
Heute steht uns auch der ganze Tag in Portland zur Verfügung, die Überlegung: Stadt, Berge oder Küste fällt schnell auf die Stadt, die Berge hatten wir die letzten Tage genug, an die Küste fahren wir morgen, also bleibt Sightseeing in der Stadt.
Erster Anlaufpunkt: Lan Su Chinese Garden mitten im Zentrum. Uschi schickt uns diesmal nicht kreuz und quer, dafür sind vor uns plötzlich Straßen gesperrt. Scheinbar ist hier irgendeine Demo...oh Moment, Regenbogenfahnen, ist hier heute Pride? Pride-Weekend ist doch erst nächstes Wochenende!? Das hatte ich doch für nächste Woche in San Francisco erst eingeplant! Gut, dann eben zwei mal. Aber erstmal Parkplatz finden. Vor uns fährt plötzlich ein Auto rechts in ein unscheinbares Gebäude rein, hui das ist ein Parkhaus. Das kleinste (43 Plätze) und engste in das ich je gefahren bin - auch die nicht SUV müssen mehrfach vor- und zurücksetzen. An der Kasse hat sich schon eine Schlange gebildet und jeder vor uns flucht über den Kassenautomat, so müssen wir bald 10 Minuten warten, aber immerhin kann keiner nach uns kommen, denn wir haben den letzten freien Parkplatz ergattert. Dafür kostet das Tagesticket nur $6 und das mitten in der Innenstadt. WOW!

Dann mal aufs ins Getümmeln, es sind wahnsinnig viele Leute hier unterwegs, in diesem Ausmaß habe ich das bis nur in Berlin

erlebt. Orlando ist hier aber allgegenwärtig, fast jeder Wagen ist entsprechend angepasst worden. Die Parade startet 11 Uhr, wir haben eh nichts anderes vor, also schauen wir sie uns gern. Es läuft so gut wie alles an uns vorbei: Die üblichen Vereine, die Polizei, Feuerwehr, verschiedene Krankenhäuser, alles was man aus Deutschland sonst auch gewöhnt ist und dann die ganzen Firmen. Die ganze Veranstaltung ist durch kommerzialisiert, jeder Wagen hat eine andere Werbung oder ist direkt von einer Firma gesponsert.

Dazu beißt sich ein klein wenig, dass Alkohol im gesamten Veranstaltungsgelände verboten ist, ebenso ist rauchen verboten, aber es riecht aller paar Minuten nach Gras.

Nach zwei Stunden ist immer noch kein Ende der Parade in Sicht und wir brechen ab, um nun endlich zum Chinesischen Garten auf zu brechen.
Kaum dort angekommen, labert uns auch schon der kommunikative Kassierer an und erklärt uns die Pride. So scheinen wohl auf Grund der Ereignisse von Orlando fast doppelt so viele Menschen hier zu sein, wie üblich. Irre.
Blick auf den Mt. Hood
Chinesischer Garten
Er meint auch, dass uns der chinesische Garten sehr gefallen wird. Recht hat er gehabt, es war nicht nur toll, es war einfach fantastisch. Die $9,50 Eintritt haben sich definitiv gelohnt. Wir kommen knapp gegen 14 Uhr wieder aus dem Garten und genau dann ist auch gerade die Pride zu Ende...3h das ist schon Wahnsinn! Es geht zurück zum Auto, die Ausfahrtsstraße ist mir persönlich aber viel zu eng, also dann einmal den anderen Weg, wo es rein ging.
Unser nächster Anlaufpunkt ist er Japanische Garten, leider sind die Parkplätze davor alle komplett belegt, so dass uns nichts anderes bleibt, als einmal durch den Park zu fahren und wir dennoch keinen Parkplatz finden, dafür aber an einem Punkt halten müssen (rote Ampel), an dem es einen herrlichen Blick auf den Mount Hood gibt.

Aus dem Park raus geht's für uns in Südöstlicher Richtung, wir wollen Cachen und am besten was Essen. Wir finden beides in Kombination, mit einer geilen Aussicht auf Mt. Hood und einen Pulled Pork Sandwich. Danach geht's zum ersten Cache überhaupt, bevor es zum Hotel zurückgeht. Eine tolle Aussicht erwartet uns hier:




Direkt im Anschluss fahren wir den ersten Cache überhaupt an, leider ist da heute nur noch eine Platte vorhanden. Danach fahren wir noch die Caches in der Nähe an, bevors zurück zum Hotel geht.
Am Abend entdecke ich den "tollen" Sonnenbrand auf meinen Armen, stimmt, woran ich heute nicht gedacht habe ist Sonnencreme, die Sonne machte heute aber auch nicht den Eindruck, jemanden verbrennen zu wollen.

Sonntag, 19. Juni 2016

USA - Tag 7 - Da fliegt einem doch das Dach weg

Heute geht's mal wieder auf Reise, diesmal nach Portland, Oregon.  Aber zunächst frühstücken, als Special empfiehlt man heute "Omelette with lamm sausage, green pepper, onions and cheese", na das klingt doch interessant und bestelle ich direkt. Und erhalte Omelette gefüllt mit Lammgeschnetzelten, Paprika, Zwiebeln und Pilzen gemixt mit Ziegenkäse" - warum kein Schafskäse bei Lamm bleibt mir schleierhaft, ebenso wie das ganze Gericht, es ist nicht nur übermäßig scharf, es passt auch überhaupt nicht zum Frühstück, da machen die üblichen Kartoffeln auch nix mehr.


Die heutige Route:

Die Reise beginnt unspektakulär mit Stau, der sich zum Samstag noch in Grenzen hält. Der Versuch zu einem Indianer Reservat ab zu biegen, endet mal wieder in fehlenden Wegweisern. Das letzte Hinweisschild zeigte nach links und zeigte das Zeil in zwei Meilen an, dann kamen zwei Kreisverkehre und keine Wegweiser mehr. Möp. Gerade aus war jedenfalls nix. Gut, dann unverricht wieder zurück zum Freeway. Tanken hätte auch was schönes. Soooo und dafür scheine ich entschieden zu doof zu sein. Zahlen muss/kann man direkt an der Tanksäule, also vorher Kreditkarte rein. Dann soll ich den Zip-Code eingeben, super, die deutsche geht nicht. Also teste ich drei Zufallszahlen, keine geht. Im Laden, erkläre ich mein Problem: Man schaltet mir die Säule frei, alternativ kann ich auch eine Summe per Kreditkarte vorstrecken und man zahlt mir die Differenz dann aus, na das ist ja auch doof. Also Plan A. Zurück an der Säule wurde die Transaktion abgebrochen. Also noch mal neu, Karte rein, diesmal PIN eingeben, gut, getan, dann Benzintyp wählen, tanken. Nix passiert. Ach maaaaan. Noch mal probieren. Wieder nicht. Nächster Weg: Die Tanksäule bietet auch die Möglichkeit erst Tanken, dann Zahlen, na endlich mal was, dass man begreift. Leider geht auch das nicht. Also wieder rein. Dann vorbezahlen, ich würde gern 10 Gallonen tanken (das ist irgendwas um die 36 Liter, mir ist das US-Masseinheitensystem nach wie vor ein völliges Rätsel, daher alles nur irgendwie). Endlich kommt Benzin aus dem blöden Hahn leider nur für $10. Menno! So kompliziert kann tanken doch nicht sein!? Ich gebe auf und fahre zur nächsten Tanke. Dort klappt's mit der Kreditkarte wenigstens gleich!

Zurück auf dem Highway entdecke ich ein Hinweisschild zu Mount St. Helen, stimmt, da wollte ich ja gern hin, aber mal wieder typisch USA, steht das Hinweisschild 200m vor der Abfahrt und wir fahren vorbei. Gut, dann eben die nächste. Kurz vor der nächsten Abfahrt ist auf der Spur rechts ein alter Trailer (Wohnwagen) vor uns. Ich frage mich, ob das Teil eigentlich nur aus Pappe besteht, oder ob daran irgendwas im Falle eines Unfall stabil genug sein könnte, größeren Schaden abzuwenden. Ich kann meinen Gedanken nicht zu Ende denken, denn just in diesem Moment, fliegt dem Trailer das Dach weg und in Einzelteilen genau in Richtung unseres Autos. Auf die Schnelle weiß ich gar nicht recht, wie ich am besten reagieren soll: Bremsen (knallen die mir hinten rein), Ausweichen (kaum möglich, knalle ich dem rechts neben uns rein), Mitten drauf halten (prallen wir frontal mit den Bruchstücken zusammen). Scheiße! Egal wie, es wird einfach Mist. Und so bremse ich so weit es geht die Karre runter, die Bremse reagiert ja wie gesagt träge, und versuche zeitgleich auszuweichen. Zum Glück ist das was uns entgegen fliegt tatsächlich nur Pappe, sonst hätte es uns wohl noch sehr viel schlimmer erwischt. Alter Schwede, danach muss ich erstmal rausfahren. Ein Glück verbauen die Amis Schrott oder besser Pappe, sonst hätte der Urlaub wohl ein jähes Ende gefunden.

Überreste des Lavastroms vom
Vulkan-Ausbruch 1980
Immerhin ein was Gutes hat das Ganze: wir sind die richtige Abfahrt runtergefahren - es zeigen sich keine Schäden am Fahrzeug, dafür haben wir Diskussionsstoff bis Abends.
Nun auf zum St. Helen, das heißt mal wieder Schängell
Mount St. Helens hinter Wolken
inien bis wir oben sind, oder in diesem Fall: rauf, runter, rauf, runter, sehr steil rauf, runter, rauf, sehr steil runter, usw. Ganz am Ende der Straße (wir haben leider erst zu spät gesehen, dass die Straße nicht durch geht und wir zurück müssen) findet sich ein Observatorium, um den Mount St. Helen beobachten zu können. Die Amis haben ihren Berg während unseres Besuchs erfolgreich hinter Wolken versteckt, so dass wir ohne tolle Sicht von Dannen ziehen müssen.
Auf dem Weg nach unten halten wir noch, um einen Snack zu essen und bei der Gelegenheit den Helikopter fragen, was der Überflug kostet, das billigste $159 p.P. gut, Danke, aber nein Danke. Dafür tönt es Deutsch aus dem Häuschen raus, so dass wir auch direkt erfahren, dass sich ein Überflug heute gar nicht lohnt, da das Wetter viel zu schlecht ist, also gut, wenigstens nichts verpasst.
Wir essen noch fix ein Steak und einen Elch-Burger, bevor wir zum Hotel durch fahren. Hier gibts ne Bar zu moderaten Preise und erstmals fällt mir auf, wie laut Amis eigentlich so im Schnitt sind. Wahnsinn.