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Montag, 19. April 2010

L-Beach#1: Tag 3 (die Abreise)

8 Uhr, der Wecker klingelt, ich denke nur "Ach halt's Maul". Der Wecker bimmelt eine halbe Stunde vor sich hin, die Schlummertaste zeigt schon Abnutzungserscheinungen und ich frage mich, warum ich nur meine Abreise um vier Stunden nach vorn gelegt habe.
Geplant wollte ich 15 Uhr zurückfahren, aber Samstagnacht beschloss ich, dass ich keine Lust hatte erst halb 10 am Abend zu Hause zu sein. Obwohl ich mir gern noch einige Veranstaltungen am Sonntag angesehen hätte.
Aufstehen, meine Güte bin ich verkatert...nein nicht verkatert noch betrunken, das trifft es eher. Duschen, Sachen zusammenpacken, fünfmal schauen, ob ich wirklich alles eingepackt habe; an der Rezeption den Schlüssel abgeben und ab ins Taxi zum Bahnhof. Noch knapp eine Stunde bis der Zug kommt. Kaffee und Kippe klappte gerade so, sofern es im meinem Zustand möglich war noch ein wenig lesen.

11:06 der Zug kommt, 100 Leute strömen gleichzeitig zum Bahnsteig, um mich herum eine Menschentraube, die Tür öffnet sich und der Schaffner erklärt freundlich, dass der Zug völlig überfüllt sei und deswegen keiner einsteigen dürfe. Alle sollten auf den nächsten Zug warten. Gemecker ertönt aus allen Ecken. Die Frau neben mir ist sichtlich genervt, denn sie hört sich schon seit zwei Zügen das Lied von "Bitte warten Sie auf den nächsten Zug" an. Durch Zufall sehe ich, dass am Anfang des Zug Leute einsteigen, ich gebe ihr ein Zeichen und nichts wie hin. Mit allem Sack und Pack hinrennen, so schnell es denn geht. Drin im Zug, Stehplatz mittem im Gang. Meine Füße schmerzen unheimlich, mir ist so schwindlig, dass ich kaum stehen kann, aber das ist mir alles egal, ich bin im Zug. Einige andere mussten draußen bleiben.
Im Zug vor mir vier Schweizerinnen, die ebenso nur zufällig in den Zug kamen und froh waren drin zu sein. Neben mir eine englische Familie, die seit drei Tagen versuchen von Stockholm nach London zu kommen und noch mindestens einen Reisetag vor sich haben. Viele andere genervte Reisende im Zug, die einfach nur ankommen wollen.
Der Vulkanausbruch auf Island hat größere Auswirkungen, als ich mir je hätte vorstellen können.

Ankunft in Hamburg: 90% der Zuggäste steigen aus, nur wenige steigen ein. Jeder hatte nun einen eigenen Sitzplatz. Das war richtig entspannend. Auf dem Berliner Hauptbahnhof etwas zu essen suchen, am besten BK, das geht schnell und kostet nicht viel. Leider waren die Burger nicht besonders und auch waren die 99er teurer als gewöhnt.
Der ICE nach Leipzig war auch wieder proppe voll, alle Sitzplätze waren reserviert (ich hatte ja nun keine, weil ich vier Stunden eher fuhr), aber wenigstens konnte man im Gang sitzen. Meine Füße danken es mir. Danach noch zwei Züge und endlich halb 6 abends auf Schmöllner Boden. Eine Wohltat. Und nun noch nach Hause laufen und aufs Ohr hauen, das ist bitter nötig. Zum Glück hab ich morgen frei.

Eins weiß ich, nächstes Jahr reise ich einen Tag eher an und einen später ab.

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